First Lady fordert Qualitätsjournalismus

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Daniela Schadt sieht die Chancen für Öffentlich-Rechtliche in Zeiten von Internet und sozialen Medien im Alternativangebot

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05. Juli 2015, 12:17 Uhr

Die öffentlich-rechtlichen Medien könnten nach Ansicht von Daniela Schadt mit noch stärkerer Konzentration auf Infoangebote und Qualitätsjournalismus mehr jüngeres Publikum ansprechen. Sie sei „nicht ganz sicher, ob die pure Kopie von anderen Medien, die offensichtlich bei Jugendlichen beliebter sind, die Öffentlich-Rechtlichen wirklich weiterbringt“, sagte die Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck.

Schadt warf die Frage auf, ob die durch den Rundfunkbeitrag finanzierten Systeme „nicht darin eine Chance sehen sollten, dass sie auch ein Alternativ-Angebot haben“. Diese Sender böten viel Informatives und viel Qualitätsjournalismus. „Aber ich denke, das wäre noch ausbaufähig.“ Schadt hatte seit 1992 als Redakteurin und zuletzt bis zur Wahl Gaucks zum Bundespräsidenten 2012 als Ressortleiterin Innenpolitik bei der „Nürnberger Zeitung“ gearbeitet.

ARD und ZDF führen laut GfK Fernsehforschung zwar nach Marktanteilen beim Gesamtpublikum, aber bei den jüngeren Zuschauern stehen die Privatsender höher im Kurs. 2014 verbuchte das ZDF als Marktführer einen Marktanteil von 13,3 Prozent vor der ARD mit ihrem Ersten (12,5 Prozent). RTL, stärkster Privatsender, musste sich mit 10,3 Prozent begnügen.

Beim jüngeren Publikum zwischen 14 und 49 Jahren lag RTL jedoch mit 13,4 Prozent auf Platz eins. Die ARD (7,5 Prozent) und das ZDF (7,0 Prozent) lagen in diesem Segment hinter RTL sowie auch hinter ProSieben (11,0 Prozent) und Sat.1 (9,2 Prozent).

Angesichts der Informationsflut im Internet und einer Beschleunigung des Nachrichtengeschäfts auch durch soziale Medien bezeichnete die Partnerin des Bundespräsidenten Qualitätsjournalismus als unverzichtbar. „Gerade in Zeiten, in denen man aus dem Internet praktisch minütlich hunderttausende Informationen herausfiltern kann, wenn man es denn will, finde ich Qualitätsjournalismus doppelt unverzichtbar. Denn die schiere Menge an Informationen bringt mich eigentlich nicht weiter, solange ich diese Informationen nicht einordnen kann.“

Schadt plädierte dafür, Schnelligkeit und Gründlichkeit im Journalismus zu verbinden. „Es wäre der Idealfall, wenn es verbunden würde. Und dann haben wir einfach beides: Wir haben eine ganz schnelle Information im Internet, die uns aber noch nicht die Welt erklärt“, sagte sie. Zudem müsse es „einen hoffentlich sehr gut ausgebildeten und qualitätsorientierten Journalismus“ geben, der die Problemlage und die Auswirkungen schildere und analysiere, in welcher Situation eine gewisse Entscheidung überhaupt getroffen worden sei und wa-rum. „Und wenn wir das zusammenführen können, dann sind wir schon ein gutes Stück weiter“, sagte die Partnerin Gaucks.

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