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Mecklenburg-Vorpommern

13. Dezember 2017 | 12:17 Uhr

Firmenchefs zahlen Prämien für Lehrlinge

vom

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2012 | 08:20 Uhr

Schwerin | Mehr Geld, bezahlte Unterkünfte: Die Firmenchefs in MV werben mit Sonderkonditionen um den weniger werdenden Berufsnachwuchs. Jeder zehnte Handwerker legt etwas drauf, um Schulabgänger für eine Lehre zu begeistern, ergab eine Umfrage der Handwerkskammer Schwerin - Fahrtkostenzuschüsse, Geld für gute Noten, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, 1-Raum-Wohnung, Gewinnbeteiligungen, Übernahmezusagen. Acht Prozent der Betriebe hätten das Lehrlingsgeld erhöht. In diesem Jahr leidet die Wirtschaft in MV auf dem Ausbildungsmarkt unter den bisher größten Besetzungsproblemen. Ende August waren 3200 Lehrstellen noch nicht besetzt. Gleichzeitig suchten aber noch 1820 Bewerber einen Ausbildungsplatz.

Der Markt reagiert, meinte Kammerchef Edgar Hummelsheim. Die Betriebe hätten erkannt, dass sie sich früher kümmern müssten, um die Lehrstellen besetzen zu können. Zwei von fünf würden den Abschluss von Lehrverträgen vorverlegen. Der Umfrage zufolge arbeitet etwa je ein Drittel enger mit Schulen zusammen und engagiert sich bei Lehrstellenbörsen.

In der Wirtschaft sei die Botschaft angekommen, mehr zu tun, um für junge Leute attraktiv zu sein, erklärte Jens Matschenz von der Vereinigung der Unternehmensverbände. So hat z. B. die Metallindustrie in MV die Übernahmekonditionen für Auszubildende weiter verbessert und das Lehrlingsgeld erhöht, teilte Nordmetall-Tarifexperte Hans-Günter Trepte mit. Für Bewerber mit Startschwierigkeiten würden die Einstiegsqualifizierung verbessert und künftig auch in Neubrandenburg entsprechende Angebote unterbreitet. Selbst in der wegen schlechter Arbeitsbedingungen kritisierten Hotel- und Gaststättenbranche wächst die Einsicht: Immer mehr Firmen würden Unterkünfte bereitstellen und Zuschüsse zahlen, sagte Dehoga-Chef Matthias Dettmann. Auch seien die Lehrlingsentgelte "um ein ordentliches Stück" erhöht worden.

Zurückhaltung bei den Gewerkschaften: Es sei eine vernünftige Strategie der Unternehmen, die Konditionen für die Auszubildenden zu verbessern, erklärte Ingo Schlüter, Vize-Chef des DGB Nord. Allerdings gebe es nach wie vor zu viele Firmen, die kein ausreichendes Lehrlingsgeld zahlten.

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