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Arbeitsagentur: : Firmen sollen ältere Auszubildende nehmen

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Viele Firmen suchen händeringend Auszubildende. Die Arbeitsagentur empfiehlt den Unternehmen, über ältere Lehrlinge nachzudenken. In MV gebe es 7000 Arbeitslose zwischen 25 und 35 Jahren, die ohne Berufsabschluss sind.

svz.de von
erstellt am 15.Apr.2013 | 10:19 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es viel mehr Ausbildungsplätze als Schulabgänger, zugleich aber Tausende junge Erwachsene ohne Berufsausbildung. Den Firmen, die Lehrlinge suchen, empfiehlt die Arbeitsagentur deshalb, über etwas ältere Azubis nachzudenken. "In Mecklenburg-Vorpommern leben rund 7000 Arbeitslose zwischen 25 und 35 Jahren, die keinen Berufsabschluss haben", sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

"Diese Menschen haben noch gut 30 bis 40 Jahre Lebensarbeitszeit vor sich." Oft handele es sich um Ausbildungsabbrecher, die danach gejobbt und schließlich den Weg "ins System" zurück nicht mehr gefunden hätten. "An diese Gruppe gehen wir verstärkt heran", sagte Haupt-Koopmann. Eine Berufsausbildung junger Erwachsener dauere nur zwei statt drei bis dreieinhalb Jahre. Die etwas älteren Azubis hätten bereits Erfahrungen in der Arbeitswelt gesammelt. In den alten Bundesländern sei die Zahl der erwerbslosen jungen Erwachsenen ohne Berufsausbildung noch höher. In Hamburg etwa betrage ihre Zahl aktuell rund 11 000, in Schleswig-Holstein rund 10 000.

Ende März waren bei den Arbeitsagenturen in Mecklenburg-Vorpommern 4323 Schulabgänger auf Ausbildungsplatzsuche gemeldet. Zugleich waren 6659 Lehrstellen unbesetzt. Die meisten offenen Ausbildungsplätze gibt es nach wie vor im Gastgewerbe: So werden noch angehende Köche (516), Restaurantfachleute (432) und Hotelfachleute (401) gesucht.

Aber auch 133 Lehrstellen zum Mechatroniker und 132 für Bürokaufleute waren noch frei.

Am Mittwoch, zum jährlichen Tag des Ausbildungsplatzes, gehen in Mecklenburg-Vorpommern rund 200 Berufsberater der Arbeitsagenturen in Unternehmen, um Bewerber und Firmen zusammenzubringen. "Wir nehmen Bewerbungsunterlagen mit, zum Teil auch Jugendliche, damit man sich persönlich kennenlernen kann", sagte Haupt-Koopmann. Unternehmer müssten überlegen, auch Lehrlinge einzustellen, die vielleicht nur zu 90 Prozent ins Anforderungsprofil passen. Haupt-Koopmann: "Die Arbeitsagenturen können bei der Beseitigung von Defiziten helfen."

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