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Festspiele MV : Finanzspritze für Festspiel-Technik

vom
Aus der Onlineredaktion

750 .000 Euro aus dem Strategiefonds sollen für mobile Bühnentechnik und Digitalisierung eingesetzt werden

svz.de von
erstellt am 18.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Wenn die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern zu Konzerten auf dem Land einladen, muss für die erforderliche Infrastruktur meist ein erkleckliches Sümmchen ausgegeben werden. Denn viele Orte, an denen die Festspiele zu Gast seien, müssten erst zu Konzertsälen gemacht werden. Allein die Bühnentechnik für jährlich drei Konzerte in der Scheune von Niendorf auf Poel kosteten 9000 Euro, erklärte Festspiel-Intendant Markus Fein gestern in Schwerin. Vorhaben, neue Spielstätten zu erschließen und so die Festspiele für noch mehr Menschen im Land erlebbar zu machen, scheiterten oft an eben diesen Kosten. „Oder anders gesagt: Würden wir uns statt auf 80 nur auf noch 40 Spielstätten konzentrieren, könnten wir sehr viel Geld sparen“, rechnete Fein vor.

Schließlich sei für ein ansprechendes Konzert „mehr nötig als vier Stühle und eine zusammengenagelte Gerüstbau-Bühne“, weiß auch der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag, Vincent Kokert, der die positive Entwicklung des Klassikfestivals über Jahre beobachtet hat. Seine Partei habe daher entschieden, die Festspiele mit 750 000 Euro aus dem Strategiefonds des Landtags zu unterstützen. Sie sollen ausdrücklich nicht für das Tagesgeschäft, sondern für die Anschaffung mobiler Bühnentechnik und für die Digitalisierung verwendet werden.

Im Koalitionsvertrag sei festgeschrieben, mit dem aus Haushaltsüberschüssen stammenden Geld Leuchtturmprojekte im Land zu fördern – „und wer wenn nicht die Festspiele sind ein solcher Leuchtturm“, betonte Kokert. Kritik aus der Opposition, hier würden nach Gutsherrenart und unter Aushöhlung der Demokratie öffentliche Gelder verteilt, wies er zurück. „Alle aus dem Strategiefonds geförderten Projekte werden selbstverständlich im Haushaltsausschuss beschlossen.“

Auch an der Kritik, hier werde ein ohnehin großzügig mit öffentlichen Mitteln bedachtes Festival noch zusätzlich gepäppelt, sei nichts dran, erklärten Kokert und Fein. Nur fünf Prozent des Gesamtetats von 5 Millionen Euro seien staatliche Unterstützungsleistungen, betonte der Intendant. Jährlich würden 175 000 Euro aus dem Bereich des Kultus- und weitere 100 000 Euro aus dem des Wirtschaftsministeriums in die Finanzierung einfließen. 50 Prozent des Etats seien Eigenmittel, der Rest stamme größtenteils aus Stiftungsgeldern und von Sponsoren.

Die 750 000 Euro aus dem Stratgiefonds seien „eine große Chance, aber auch eine große Verpflichtung, daraus etwas zum Wohl des Landes zu tun“, betonte Fein. Dazu gehöre einerseits, Kinder, Familien, Dörfer – „also das ganze Land mitzunehmen“. Über neue digitale Angebote solle aber auch die Reichweite des drittgrößten deutschen Klassikfestivals noch weiter erhöht werden, versprach der Intendant. Derzeit kommen etwa 40 Prozent der Festspiel-Besucher – in diesem Jahr waren es insgesamt 82 000 – aus anderen Bundesländern.

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