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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 14:24 Uhr

Finanzämter lassen Steuerzahler warten

vom

svz.de von
erstellt am 01.Mär.2012 | 09:34 Uhr

Schwerin | Steuerbescheid? Fehlanzeige! 23 600 Arbeitnehmer aus MV, die ihre Steuererklärung schon eingereicht haben, müssen sich länger als sonst gedulden. Vier bis acht Wochen könne es noch dauern, verlautet aus dem Finanzministerium. Während in den vergangenen Jahren die ersten Steuerbescheide bereits Ende Februar von den Finanzämtern verschickt wurden, rührt sich in diesem Jahr vor Ende März nichts. Als Hauptgrund für die Verzögerung gilt die verlängerte Meldefrist für Banken und Versicherungen.

"Das ist ärgerlich für den Steuerzahler. Der Gesetzgeber muss die Meldefristen korrigieren", fordert der Geschäftsführer des Bundes der Steuerzahler, Rainer Holznagel. Den ohnehin überlasteten Finanzämtern macht zudem das immer wieder aufgeschobene Aus der Papp-Lohnsteuerkarte Probleme. Holznagel: "Die Zeiten verlängern sich durch die elektronische Bearbeitung statt sich zu verkürzen." Die Datenerhebung sei offenbar zu umfangreich. Viele Steuerzahler seien wegen der späten Rückzahlungen genervt und oft auch erbost, berichtet Thomas Eigenthaler, Vorsitzender der Deutschen Steuergewerkschaft.

In MV haben bis Ende Februar 23 600 Arbeitnehmer und 3400 Unternehmen ihre Steuerklärung bereits abgegeben. Das sind knapp zehn Prozent aller Steuerpflichtigen, so das Finanzministerium. Um die Durchlaufzeiten einzuhalten und die Bescheide möglichst schnell zurückzuschicken, wurden die Finanzämter mit Betriebsprüfern aus dem Außendienst verstärkt.

Als Hauptgrund für die verzögerte Bearbeitung von Steuererklärungen wird eine gesetzliche Änderung angeführt. Bis zum 28. Februar haben Arbeitgeber, Versicherungen, Krankenkassen und andere Stellen mittlerweile Zeit, um benötigte Steuerdaten elektronisch an die Finanzbehörden zu schicken.

Die Datenflut werde immer größer, heißt es. Und solange nicht alles da ist, bleibt die Bearbeitung liegen. Was für Extra-Probleme sorgt: Die Software für die neue Übermittlung steht häufig erst seit Ende Januar bereit, auf den letzten Drücker also.

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