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Mecklenburg-Vorpommern

23. Oktober 2017 | 23:03 Uhr

Filmkunstfest hat einen neuen Kopf

vom

svz.de von
erstellt am 24.Sep.2013 | 07:09 Uhr

Schwerin | Erstmals liegen die kreative und die wirtschaftliche Federführung beim Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern in einer Hand: Am 1. Dezember wird Volker Kufahl sein Amt als neuer Künstlerischer Leiter des Filmfestes und gleichzeitig als Geschäftsführer der Dachgesellschaft FilmLand MV gGmbH antreten. Aufsichtsratschef Uwe Hornauer stellte den neuen Kopf des Filmkunstfestes gestern in Schwerin vor. "Es hat sich rasch herausgestellt, dass es einen Bewerber mit besonderer Qualifikation gibt", sagte Hornauer im Rückblick auf die Suche nach einem Nachfolger für den langjährigen Filmland-Geschäftsführer Torsten Jahn und die eigentlich designierte, aber vor Amtsantritt wieder abgesprungene Filmkunstfest-Leiterin Elke Fentje Mülder (wir berichteten). Hornauer betonte, dass es keine Krise des Filmkunstfestes oder der Filmland-Gesellschaft gebe: "Es ist nicht so, dass das Filmkunstfest notleidend wäre. Es ist ein herausragender Treffpunkt von Filmschaffenden und Filminteressierten." Das Filmkunstfest MV habe seinen hervorragenden Ruf auch Torsten Jahn zu verdanken: "Wir übergeben einen guten Staffelstab."

Eben an Volker Kufahl. Der habe in den 13 Jahren als Leiter des Internationalen Filmfests Braunschweig dessen Besucherzahlen von 15 000 auf 25 000 gesteigert und dem Festival überregionale Aufmerksamkeit gesichert, so Hornauer. Der Aufsichtsrat habe deshalb einstimmig für Kufahl votiert: "Er kennt das Geschäft von allen seinen Facetten her."

Kufahl selbst gab die Komplimente zurück. Er habe "Respekt vor dem, was in Schwerin in 23 Jahren aufgebaut worden ist", sagte der 44-Jährige und attestierte Geschäftsführer-Vorgänger Torsten Jahn und dem bereits vor drei Jahren ausgeschiedenen Künstlerischen Leiter Hasso Hartmann "Mut, Engagement und Leidenschaft".

Mit Kufahls Amtsantritt ist nun die wirtschaftliche Verantwortung für die Filmland-Gesellschaft und die künstlerische Verantwortung für deren wichtigstes Projekt - das Filmkunstfest MV - abgeschafft. "Natürlich gucke ich mit zwei Augen auf die Dinge, und ich werde wirtschaftliche und ästhetische Dinge im Blick behalten", sagte der Diplom-Verwaltungswissenschaftler, der während seines Studiums über das Kommunale Kino Konstanz in die Filmbranche geraten ist und sich zum Filmtheaterkaufmann weitergebildet hat- Hinter allem stehe bei ihm immer die "Leidenschaft für das Kino", betonte Kufahl.

Konkrete Veränderungen am Programm des Filmkunstfests präsentierte Kufahl gestern noch nicht. An der Machart und dem dafür vorliegenden Konzept des Festivals 2014 werde sich sicher nichts Strukturelles ändern, betonte der neue Mann an der Spitze: "Die Stärke des Filmkunstfestes ist seine Nähe zum Publikum und seine Verwurzelung in der Region - und diese Stärke muss eine Stärke bleiben." Auch die Verbindung mit der bildenden Kunst würde er gerne weiterverfolgen, so Kufahl. Allerdings gebe es in Schwerin mittlerweile eine sehr große Anzahl von Sektionen und einzelnen Preisen, "aber hinter jedem Preis steckt natürlich auch ein Geldgeber". Veränderungen müssten deshalb gut überlegt sein.

Bisher sind neben dem Spielfilm-Preis "Fliegender Ochse" zwei zentrale Elemente des Filmkunstfestes die Gastland-Reihe und die Verleihung des "Goldenen Ochsen" für ein Lebenswerk. Den und die dazugehörige Hommage-Reihe wolle er auf jeden Fall beibehalten, betonte Kufahl auf Nachfrage. Aber "das mit der Gastlandreihe werde ich mir noch überlegen". Die sei die einzige Sektion, an der kein Preis hänge. Denkbar sei, so der neue künstlerische und wirtschaftliche Kopf, die Gastlandreihe mehr auf aktuelle Filme auszurichten.

Zwischen dem Wismarer Filmbüro MV und der Schweriner Filmland-Gesellschaft als auch zwischen der Künstlerischen Leitung des Filmfestes und der Filmland-Geschäftsführung hatte es immer wieder Reibereien gegeben. Filmland-Aufsichtsrat Uwe Hornauer sagte mit Blick auf die Vergangenheit , solche "innerfamiliären Auseinandersetzungen" brächten nichts: "Wir sollten rauskommen aus einer Betrachtungsweise, was man noch alles übernehmen kann." Die Filmland-Gesellschaft werde aber "alle Geschäftsfelder" fortführen: Location-Service für Dreharbeiten, das Filmkunstfest, die Kinoreihen "Filmkunstfest on tour" und "Starke Stücke" sowie die Schulkino-Wochen.

Mit Blick vor allem auf das Nachbar-Festival in Wismar betonte auch Volker Kufahl den Willen zur Zusammenarbeit. In Niedersachsen habe es ein Netzwerk der acht großen Filmfeste gegeben: "Man muss versuchen, Interessen gemeinsam zu vertreten - das kann ich mir auch hier vorstellen." Auf jeden Fall wolle er sich erstmal einarbeiten. Denn, so betonte er: "Ich komme ja, um länger zu bleiben."

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