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Schwerins Sparpläne als Gefahr : Filmkunstfest fürchtet Finanz-Einschnitt

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Die Mittelkürzungen im Schweriner Haushalt bedrohen auch das Filmkunstfest MV. Hintergrund: Angesichts der Finanznot hat die Verwaltung eine Streichliste vorgelegt, auf der auch die Förderung für das Festival steht.

svz.de von
erstellt am 01.Feb.2013 | 10:58 Uhr

Schwerin | Die vorgeschlagenen Mittelkürzungen im Haushalt der Landeshauptstadt bedrohen auch das Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern. Hintergrund: Angesichts der akuten Finanznot hat die Verwaltung den Stadtvertretern eine Streichliste vorgelegt, auf der auch die Förderung für das Filmkunstfest steht - und das kurz vor dem Festival.

Nur 90 Tage vor Festivalstart stünden die auf Hochtouren laufenden Vorbereitungen, Planungen und Vertragsverhandlungen sowie die Gespräche mit Partnern und Sponsoren nun unter erheblichem Vorbehalt, mahnte Torsten Jahn, Geschäftsführer des Festival-Veranstalters FilmLand MV gGmbH. Eine Streichung der "ohnehin schon äußerst knapp bemessenen Fördermittel" bedrohe die Qualität eines der Top-Publikumsfestivals in Deutschland, so Jahn: "Wir denken nun sehr konkret darüber nach, welche Konsequenzen zu ziehen sind, sollte die Streichung tatsächlich erfolgen. Der Ausfall der Fördermittel wird so kurz vor dem Festivalstart kaum zu kompensieren sein."

Noch ist nicht entschieden, ob die Förderung - 28 400 Euro - tatsächlich wegfällt. Die Schweriner Stadtvertreter sollen am 11. März über die Sparvorschläge der Verwaltung entscheiden. Die FilmLand hat bereits ein Szenario herausgegeben, das auflistet, wie sich eine Mittelstreichung auswirken würde. Gefährdet wären unter anderem das Forum der Künste mit der Ausstellung im Schleswig-Holstein-Haus, auch der "Tag der Begegnung" sowie die generelle Barrierefreiheit des Festivals wären nicht mehr finanzierbar. Das würde die Teilhabe von Menschen mit Sinnesbehinderung erheblich einschränken. Am härtesten betroffen wäre nach Torsten Jahns Prognose aber der Kurzfilmwettbewerb, "eines der Herzstücke des Festivals". Insbesondere mit dem Verlust des für Nachwuchsfilmemacher wichtigen Preises der Landeshauptstadt würde das Filmkunstfest MV bundesweit an Bedeutung verlieren.

Im Ernstfall müsste das Filmkunstfest die Finanzierungslücke durch zusätzliche Sponsorengelder zu schließen versuchen, so Jahn. Nur: "Ob und in welchem Maße dies im verbleibenden Zeithorizont tatsächlich gelingt, vermag niemand zu sagen." Er hoffe auf einen konstruktiven Dialog. Jahn kündigte einen Brief an die Stadtvertreter aller Fraktionen an. Das 23. Filmkunstfest MV findet in diesem Jahr vom 30. April bis zum 5. Mai in Schwerin statt.

Auch bei der Premiere des in MV gedrehten Historienfilmes "Die Mänenr der Emden" (wir berichteten) apellierte der Filmkunstfest-Chef an die Verantwortlichen: "Ich möchte generell sensibilisieren für die Kultur im Land - die Leute im Kulturbereich brennen für das Land und bewegen mit wenig Geld sehr viel."

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