Präventionsprojekt : Fifty-Fifty-Taxi bei Jugendlichen gefragt

14 Jahre nach Einführung des "Fifty-Fifty-Taxi-Tickets" in MV ist die Nachfrage nach den Fahrten zum halben Preis unter jungen Leuten unverändert hoch. Derzeit werden konstant rund 30 000 Tickets pro Jahr verkauft.

svz.de von
22. Juni 2012, 07:07 Uhr

Schwerin | 14 Jahre nach Einführung des "Fifty-Fifty-Taxi-Tickets" in Mecklenburg-Vorpommern ist die Nachfrage nach den Fahrten zum halben Preis unter jungen Leuten unverändert hoch. Nach Angaben der AOK Nordost, die Gründungspartner des Präventionsprojektes ist, werden konstant rund 30 000 Tickets pro Jahr verkauft. Allein im März dieses Jahres seien es 3600 und im April 3200 gewesen, sagt AOK-Pressesprecher Markus Juhls: "Damit ist das neue Verkaufsjahr sehr gut angelaufen."

Das bestätigt auch das Landesverkehrsministerium. Im Haushalt des Landes sind demnach jährlich 90 000 Euro vorgesehen, um die Fünf-Euro-Tickets zur Hälfte zu bezahlen. "Die Mittel werden immer vollständig abgerufen", sagt Ministeriumssprecher Steffen Wehner. In einigen Jahren habe es zusätzlich noch private Sponsoren gegeben. Neben dem Ministerium und der AOK, wo die Tickets erhältlich sind, gehören derzeit der Radiosender Antenne MV und der Landesverband des Taxi- und Mietwagengewerbes MV zu den Kooperationspartnern.

Aus der Taufe gehoben wurde die Initiative im Jahr 1998, um die hohe Zahl der so genannten Disko-Unfälle im Land zu reduzieren. Gemeint sind schwere Unfälle, die sich vornehmlich an Wochenenden ereignen und an denen junge Leute - häufig nach Alkoholkonsum in der Disko - beteiligt sind. Die zur Hälfte geförderten Taxi-Fahrten für 16- bis 25-Jährige sollen dazu beitragen, dass sich die Fahrer im Zweifelsfall gegen die Rückfahrt mit dem eigenen Auto entscheiden.

Offenbar mit Erfolg: So zeigt die Verkehrsunfallstatistik der vergangenen Jahre zumindest einen kontinuierlichen Rückgang der Zahl der Verunglückten bei Disko-Unfällen. 2011 ist die Zahl der dabei getöteten jungen Menschen allerdings wieder leicht gestiegen. Insgesamt ist der Anteil der 18- bis 25-Jährigen, die bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen, auf zuletzt 18,2 Prozent gesunken. Die Quote bewegt sich aber immer noch auf hohem Niveau. Die Verkehrssicherheitskommission des Landes will die Präventionsarbeit deshalb ausweiten.

Neben dem "Fifty-Fifty-Taxi-Ticket" gibt es im Nordosten bereits mehrere Ansätze und Kampagnen für mehr Verkehrssicherheit unter jungen Fahrern. Dazu gehört auch das begleitete Fahren ab 17 Jahren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen