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Glücksstunde eines Historikers : Fielmann füllt Parchimer Schatztruhe

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Im Kunstauktionshaus Schloß Ahlden ist eine Barock-Zuckerdose aus dem 18. Jahrhundert aufgetaucht. Dieses einmalige Stück ist der erste Beleg für die Handwerkskunst des Parchimer Goldschmieds Martin Preuscher.

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erstellt am 19.Dez.2011 | 11:02 Uhr

Parchim | Für Museumschef Wolfgang Kaelcke fielen Ostern und Weihnachten in diesem Jahr auf einen Tag. Als kürzlich per Post ein sehnsüchtig erwartetes Päckchen im Stadtmuseum in der Lindenstraße eintraf, war die Freude riesen groß. "Es sind die Glücksstunden jeden Historikers. Zuerst hat ein Mitglied des Heimatbundes ein wertvolles Zeugnis der Heimatgeschichte im Internet entdeckt und wenig später hält man es selbst in den Händen." Im Kunstauktionshaus Schloß Ahlden ist im Frühherbst eine Barock-Zuckerdose aus dem 18. Jahrhundert aufgetaucht. Dieses einmalige Stück stammt zweifelsfrei vom Parchimer Goldschmied Martin Preuscher und ist der erste Beleg für die Handwerkskunst des Meisters, der nun in die Heimatstadt zurückgekehrt ist und hier bewundert werden kann. "Damit geht ein Traum in Erfüllung und wir haben keinen Pfennig dazu bezahlt", freut sich der Stadthistoriker von ganzem Herzen. Den Zuschlag gab es auf der Versteigerung für einen Ankaufswert von 1625 Euro. Wieder einmal hat die Fielmann AG aus Hamburg der Stadt Parchim unter die Arme gegriffen und das gute Stück komplett bezahlt. In den zurückliegenden sieben Jahren hat Fielmann nunmehr sechs Exponate - darunter einen Trash-People von HA Schult, einen Schützenpokal und Gemälde - für das Parchimer Museum im Gesamtwert von rund 15 000 Euro gesponsert.

Parchimer haben ein Herz für ihr Museum

Viel Unterstützung bekommt das Museum der Stadt Parchim seit Jahren von seinen Bürgern, die Exponate aus privaten Sammlungen spenden. Erst kürzlich hat Schlossermeister Joachim Peseke eine historische Lade der Zunft zur Verfügung gestellt. Großzügig zeigte sich erneut die Wobau, die mehr als 4000 Euro für die Mietkosten der Moltkegedenkstätte und des Sommermuseums im Zinnhaus als Geldspende übergab.

"Es war ein wirklich gutes Jahr für unser Museum", meint Wolfgang Kaelcke. Mehr als 4700 Besucher konnte sein kleines Team begrüßen. Der prall gefüllte Fundus wurde mit 41 Gegenständen, 40 wertvollen Büchern und 41 Dokumenten bereichert.

Auf der ersten Veranstaltung im Jahr 2012 wird Wolfgang Kaelcke am 14. Januar um 10 Uhr unter dem Titel "Neues im Museum" den Zuwachs seines Hauses im Detail für jedermann vorstellen.

Dann wird auch das Geheimnis gelüftet, was Parchimer und Gäste der Kreisstadt beim 10. Sommermuseum in den Ferienwochen erwarten dürfen. In der vergangenen Woche wurde auf der Stadtvertretersitzung bekannt, dass im Investitionsplan der Stadt für die kommenden vier Jahre 1,5 Millionen Euro für den Erhalt des Giebelhauses am Alten Markt eingeplant werden. Dort könnte das Museum seine neues Zuhause bekommen.

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