Filmkunstfest MV : Fichtner will sich nicht wieder bewerben

Foto: Klawitter
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Beim Filmkunstfest MV in Schwerin ist wieder Bewegung hinter den Kulissen. Da Stefan Fichtner als Künstlerischer Leiter nur einen Vertrag für das Festival 2012 hatte, hat der Aufsichtsrat die Stelle neu ausgeschrieben.

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19. Juni 2012, 01:56 Uhr

Schwerin | Beim Filmkunstfest MV in Schwerin ist wieder Bewegung hinter den Kulissen. Der Aufsichtsrat hat die Stelle des Künstlerischen Leiters neu ausgeschrieben. Man wolle so reinen Tisch machen, argumentierte Gerd Schneider, Vorsitzender des Aufsichtsrates der FilmLand MV gGmbH, auf Nachfragen unserer Zeitung (wir berichteten) – und betonte, auch der bisherige Künstlerische Leiter Stefan Fichtner könne sich bewerben. Hintergrund: Fichtner hatte auf eigenen Wunsch nur einen Vertrag bis Ende Mai. Nach dem Festival habe man weiter reden wollen, sagt er im Gespräch mit Philip Schroeder.

Herr Fichtner, haben Sie über einen neuen Vertrag verhandelt?

Nicht direkt – es ging darum, die Voraussetzungen zu klären. Ich hatte noch viele Ideen und Pläne mit dem Filmkunstfest, aber angesichts mangelnder Einsicht Torsten Jahns in die sensiblen Erfordernisse eines Festivals, das sich auch überregional etablieren könnte, wären diese nur bei einer tatsächlichen Unabhängigkeit der künstlerischen Leitung umsetzbar. Insbesondere die Bedeutung guter Beziehungen zur Branche wird von Jahn stark unterschätzt. Mit der bloßen Neuausschreibung hat man sich der eigentlichen Frage nach einer zukunftsfähigen Struktur gar nicht gestellt.

Welche Voraussetzungen hätten Sie sich gewünscht?

Ich hatte ein Konzept für die Ausgründung des Filmkunstfestes aus der FilmLand MV gGmbH mit künstlerischer Leitung und Geschäftsführung in Personalunion vorgelegt, hätte mir aber auch eine Variante innerhalb der FilmLand mit zwei Geschäftsführern vorstellen können, von denen einer Künstlerischer Leiter ist.

Dieser zweite Geschäftsführer – das wären dann Sie gewesen?

Genau. Da der Aufsichtsrat meine Vorschläge jedoch nicht als Diskussionsgrundlage genutzt hat und eine Neustrukturierung offenbar nicht für notwendig erachtet, sehe ich für mich keine Zukunft mehr in Schwerin.

Also keine Neubewerbung?

Keine Neubewerbung. Aber das Festival ist mir in sechs Jahren sehr ans Herz gewachsen. Ich habe hier meinen Beitrag geleistet, der die langjährige Arbeit von Hasso Hartmann weitergeführt und mit neuen Impulsen angereichert hat. Das Festival 2012 erntete viel positives Echo. Als gewisser Erfolg ist auch zu werten, dass dem Filmkunstfest eine künstlerische Leitung erhalten geblieben ist. Die energischen Reaktionen aus der Filmbranche gegen die geplante Abschaffung der Position Anfang des Jahres haben sicher dazu beigetragen. Inwieweit ein künstlerischer Leiter unter der Geschäftsführung von Torsten Jahn Augenwischerei ist, wird sich zeigen. Aus meiner Erfahrung – und ich spreche auch für meinen Vorgänger Hasso Hartmann und meine ehemalige Mitstreiterin Saskia Walker – war die Arbeit stets von unqualifizierten Eingriffen in den künstlerischen Bereich und auch Versäumnissen von Seiten Jahns erschwert. Meinem Nachfolger und auch meinen bisherigen Kollegen wünsche ich dennoch alles Gute.

Wie geht es für Sie weiter?

Mit den Ahrenshooper Filmnächten, die ich seit fünf Jahren leite. Dieses Jahr wird es zum ersten Mal einen Wettbewerb, eine Jury und Preise geben. Der Ort hat viel Potential, und das Publikum ist großartig.

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