Ersatzteile vom Oldtimermarkt : Feuerwehren in MV mit Investitionsbedarf

Feuerwehrleute löschen ein Getreidefeld, das in Flammen steht. Die Landesregierung bedankt sich am 13.10.2018 mit einem großen Familienfest bei den Feuerwehrleuten, die im trockenen Sommer 2018 bei den zahlreichen Bränden im Land im Löscheinsatz waren.
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Feuerwehrleute löschen ein Getreidefeld, das in Flammen steht. Die Landesregierung bedankt sich am 13.10.2018 mit einem großen Familienfest bei den Feuerwehrleuten, die im trockenen Sommer 2018 bei den zahlreichen Bränden im Land im Löscheinsatz waren.

Auf Land und Kommunen kommen Millionen-Investitionen für die Feuerwehren zu. Nicht zuletzt die Wald- und Feldbrände des vergangenen Sommers haben Defizite bei Ausrüstungen und Ausbildung gezeigt.

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14. Oktober 2018, 20:00 Uhr

Investitionsstau bei der Feuerwehr: Der Landesfeuerwehrverband schätzt den Bedarf in den kommenden fünf Jahren auf rund 50 Millionen Euro allein für neue Fahrzeuge, wie Landesbrandmeister Hannes Möller der Deutschen Presse-Agentur sagte. Etwa ein Drittel aller Einsatzfahrzeuge sei älter als 25 Jahre, ein Teil stamme sogar noch aus DDR-Zeit. «Es gibt Feuerwehren, die kaufen ihre Ersatzteile auf dem Oldtimermarkt», sagte er.

Investitionen sind alternativlos

Innenminister Lorenz Caffier (CDU), in dessen Haus die Zuständigkeit für die Feuerwehren liegt, hält sich mit Zahlen noch zurück. Er wartet auf die Brandschutzbedarfspläne, die von den Gemeinden bis Mai 2019 erstellt werden. «Dann werden wir im Land erstmals eine belastbare Übersicht über die Ist-Situation der Feuerwehren haben, sowohl was die technische als auch die personelle Ausstattung betrifft», sagte er, stellte aber bereits klar, dass eine enorme finanzielle Herausforderung vor den Verantwortlichen stehe - obwohl in den vergangenen Jahren schon viel investiert worden sei.

Er halte diese Investitionen für alternativlos, an der Sicherheit der Bevölkerung dürfe nicht gespart werden, sagte der Minister. Und die Kameraden hätten ein Recht darauf, bei ihren gefährlichen Einsätzen auf modernes und leistungsstarkes Gerät zurückgreifen zu können. «Ich werde alles daran setzen, dass wir diese Investitionen auch bekommen werden», versprach Caffier im September im Landtag. Um Geld zu sparen, könnten künftig Feuerwehrfahrzeuge zentral vom Land beschafft und dann verteilt werden. Davon verspricht sich Caffier Rabatte.

Schutzhelme und Atemschutzgeräte hängen in der Gerätehalle der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz.
Jens Büttner/dpa
Schutzhelme und Atemschutzgeräte hängen in der Gerätehalle der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz.
 

Nach Möllers Worten wird außerdem über die Einführung neuer Technologien nachgedacht. So habe der trockene Sommer mit seinen vielen Wald- und Feldbränden die Notwendigkeit des Einsatzes von Drohnen zur Aufklärung gezeigt. Auch dafür seien erhebliche Investitionen nötig, denn die Feuerwehr könne keine 500-Euro-Drohnen in Rauch und Hitze einsetzen. Bei einigen Waldbränden im letzten Sommer, zum Beispiel in Groß Laasch und Lübtheen im Landkreis Ludwigslust-Parchim, konnten Feuerwehrleute wegen Munition im Boden Wälder nicht betreten.

In diesem Jahr ereigneten sich nach Angaben des Agrarministeriums in Mecklenburg-Vorpommern 67 Waldbrände mit 30,25 Hektar betroffener Fläche. Im Juli und August kam es außerdem zu 50 größeren und kleineren Erntebränden auf mehr als 260 Hektar Feldern. Außerdem gingen 20 Strohmieten und Landmaschinen in Flammen auf.

Dankesfest für die Feuerwehren

Am Samstag ließ die Landesregierung im Rostocker IGA-Park ein Dankesfest für die Feuerwehren nach diesem einsatzstarken Sommer steigen. «In diesem Sommer haben wir in besonderer Weise erlebt, wie wichtig die Feuerwehren sind», sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) laut Pressemitteilung. Die Kameradinnen und Kameraden seien bereit, ihre freie Zeit für das Gemeinwohl zu opfern, riskierten sogar Gesundheit oder im schlimmsten Fall ihr Leben. Caffier betonte die Bedeutung des Ehrenamtes beim Brandschutz. Ohne die ehrenamtlichen Kräfte sei ein flächendeckender Brand- und Katastrophenschutz in Mecklenburg-Vorpommern überhaupt nicht zu verwirklichen, sagte er.

Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, und Lorenz Caffier (CDU), Landesinnenminister, bedanken sich bei den Feuerwehrleuten.
Bernd Wüstneck/dpa
Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, und Lorenz Caffier (CDU), Landesinnenminister, bedanken sich bei den Feuerwehrleuten.
 

Als weitere Baustelle nannte Landesbrandmeister Möller die Fortbildungskapazitäten für Feuerwehr-Führungskräfte an der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz in Malchow. Diese soll nach Caffiers Worten mit 16 Millionen Euro massiv ausgebaut werden. «Ich führe dazu sehr konstruktive Gespräche mit dem Finanzminister», hatte Caffier dazu im Landtag gesagt.

In Mecklenburg-Vorpommern sind laut Landesregierung in 939 Freiwilligen Feuerwehren mehr als 25 000 Ehrenamtler tätig. Hinzu kommen rund 740 hauptamtlich Beschäftigte in den sechs Berufsfeuerwehren in Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Stralsund, Greifswald und Wismar.

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