Mittwoch Krisengespräch im Land : Feuerwehren bedingt einsatzbereit

Die permanente Einsatzfähigkeit ist vielfach nicht mehr gewährleistet. Archiv
Die permanente Einsatzfähigkeit ist vielfach nicht mehr gewährleistet. Archiv

Die Feuerwehren in MV sind vielfach nicht mehr voll einsatzbereit. Mitgliederschwund durch die rückläufigen Geburtenzahlen seit der Wende und die Arbeitsplätze der Feuerwehrleute sind dabei die Hauptursachen.

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19. August 2012, 07:53 Uhr

Güstrow/Schwerin | Die Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern sind vielfach nicht mehr voll einsatzbereit. Mitgliederschwund durch die rückläufigen Geburtenzahlen seit der Wende und die Arbeitsplätze der Feuerwehrleute sind dabei die Hauptursachen, sagte der erste Kreisbrandmeister des Landkreises Rostock, Mayk Tessin. "Wir haben strukturschwache Zeiten von 6 bis 18 Uhr, in denen wir keine volle Einsatzbereitschaft der Feuerwehren garantieren können."

Laut Landesfeuerwehrverband sind in den rund 1000 Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern 27 500 Mitglieder als Einsatzkräfte aktiv. Während vor zehn Jahren die Jugendfeuerwehren noch 10 000 Mitglieder zählten, seien es heute 7000. Die CDU-Fraktion hat für den kommenden Mittwoch die Vertreter der anderen demokratischen Parteien zu einem Gespräch über die Wehren eingeladen. Im Kreis Rostock engagieren sich rund 4400 Männer und Frauen in 166 Feuerwehren, 200 weniger als noch vor vier Jahren. Die meisten Wehren erreichen laut Tessin beim Alarm nicht einmal die Gruppenstärke von neun Männern und Frauen. In der Regel seien es sechs oder sieben Leute, in kleinen Gemeinden manchmal sogar nur drei bis vier. Viele arbeiten nicht mehr in den Orten, in denen sie Mitglied der Feuerwehr sind, ein Einsatz ist dann nicht möglich. Es gebe das selbstgesteckte Ziel, innerhalb von 13 bis 14 Minuten am Einsatzort zu sein, betonte Tessin. Dann könnte unter Umständen auch noch Leben gerettet werden. Ein Ziel, das aber nur mit Mühe zu erreichen ist, wie Feuerwehrleute aus dem Landkreis berichten. Denn es komme erschwerend hinzu, dass bei Wohnungs- und Gebäudebränden oft nicht genügend ausgebildete Feuerwehrleute für den Einsatz unter Atemschutz eintreffen. Für solche Einsätze müssen laut Vorschrift immer mindestens zwei Teams mit insgesamt vier Feuerwehrleuten mit Atemschutzgeräten vor Ort sein. In Lühburg bei Gnoien droht wegen des Mitgliederschwunds sogar die Einführung einer Pflichtfeuerwehr. Laut Kommunalverfassung müssen die Gemeinden den Brandschutz sicherstellen. "Für eine Pflichtfeuerwehr können alle wehrfähigen Männer und Frauen im Alter von 18 bis 55 Jahren in einem Ort herangezogen werden", erläutert Tessin. Eine schnelle Lösung bietet dieses Verfahren nicht, bis zum ersten Einsatz vergehen rund zwei Jahre für ein neues Mitglied.

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