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Feuerwehr genervt: Mehr Fehlalarme als Brandeinsätze

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erstellt am 25.Nov.2011 | 09:41 Uhr

Schwerin | Die Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern müssen inzwischen häufiger zu Fehlalarmen als zu Bränden ausrücken. Das bestätigt Marion Schlender, Sprecherin des Innenministeriums, auf SVZ-Anfrage und verwies auf die Einsatzzahlen: Im Jahr 2008 standen noch 3709 Falschalarmierungen 3956 Brände gegenüber. Im vergangenen Jahr waren es bereits 4597 Fehlalarme und 3485 tatsächliche Brände.

Allein in Rostock mussten die Berufsfeuerwehr und die fünf freiwilligen Wehren im vergangenen Jahr pro Tag im Durchschnitt dreimal umsonst ausrücken. "Die meisten Fehlalarme wurden von technischen Geräten, wie zum Beispiel automatischen Brandmeldeanlagen oder Rauchmeldern ausgelöst", sagte Ministeriumssprecherin Marion Schlender. Seit September 2006 ist in Mecklenburg-Vorpommern nach der Landesbauordnung der Einbau von Rauchwarnmeldern in Neubauten Pflicht. Bestehende Altbauten mussten bis zum 31. Dezember 2009 nachgerüstet werden.

Mit gutem Grund: Jährlich sterben in Deutschland etwa 500 Menschen durch Brände, 6000 werden verletzt. Rauchmelder können im Brandfall Hausbewohner warnen und Leben retten. Doch vor allem billige Geräte sind störanfällig. Sind die Batterien leer, geht der Warnton an. Oder Insekten und Staub lösen Fehlalarm aus. In Schwerin muss die Feuerwehr nach jeder Alarmierung spätestens nach 13 Minuten mit mindestens 16 Kollegen vor Ort Hilfe leisten können. "Jeder Alarm wird ernst genommen", sagte Jens Krause, stellvertretener Amtsleiter der Schweriner Berufsfeuerwehr. Dass die steigende Zahl der Fehlalarme die Einsatzkräfte demotiviert und die Einsatzbereitschaft beeinträchtigt, will Krause nicht bestätigen: "Das ist unser Job."

Für die Bürger wird es teuer: Insgesamt 894 Euro soll eine Familie in Schleswig (Schleswig-Holstein) bezahlen, weil ihr Rauchmelder im Schlafzimmer durch einen Defekt einen Fehlalarm auslöste. Die Eheleute waren nicht im Haus, die Nachbarn riefen vorsichtshalber die Feuerwehr. Rechnungen wie in Schleswig-Holstein werden in Mecklenburg-Vorpommern bei Fehlalarmierungen durch private Rauchmelder von Kommunen nicht erhoben - vorausgesetzt, es handelt sich nicht um grobe Fahrlässigkeit. Landesbrandmeister Heino Kalkschieß: "Bei dieser Regelung soll es auch bleiben."

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