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Mecklenburg-Vorpommern

20. August 2017 | 04:11 Uhr

Wismar : Festspielsommer eröffnet

vom
Aus der Onlineredaktion

Festspiele MV beginnen in Wismar mit der Uraufführung der Ouvertüre „Das Land“ für Chor und Schlagzeug

Nun ist er wieder da, der Festspielsommer mit seinen Stars und der jungen Elite, die Musik außerhalb der gewohnten Konzertsäle in Kirchen und Schlösser bringen oder auf riesige Open-Air-Plätze. 131 Veranstaltungen an 80 Spielstätten und die Dauer eines Vierteljahres.

Dieser Ausblick stand hinter dem Eröffnungskonzert der Festspiele MV, das am Sonnabend etwa 850 Zuhörer in die St.-Georgen-Kirche zu Wismar zog. „Ein Signal für eine offene, optimistische Gesellschaft“ nannte Festspielintendant Dr. Markus Fein sein Festival.

Den enthusiastischen Worten vorangegangen war die Uraufführung einer Festspiel-Ouvertüre „Das Land“ für Chor und Schlagzeug, ein Kompositionsauftrag der Festspiele an den diesjährigen Preisträger in Residence, den Percussionisten Alexej Gerassimez. Der NDR Chor und der Komponist am Schlagwerk brachten unter der Leitung von Robert Blank das neue Werk zum Klingen.

Lässt man die anspruchsvollen Titelworte Festspiel und Ouvertüre beiseite, so begegnete man dem Versuch eines 29-Jährigen, sich den Grundfragen menschlichen Seins auf musikalische Weise zu nähern. Das Woher und Warum und Wohin vertonte er mit dem Gedicht „Gott spricht zu jedem nur, eh er ihn macht“ von Rainer Maria Rilke. Vorsichtig, tastend, aus dem leisen Grummeln einer Großen Trommel heraus und dem tonlosen Chorgeflüster der ersten Textzeilen. Und tastete sich am Textgeländer weiter, ließ den Chor einen Marimbaton übernehmen, brach ihn auf zu breit gefächerten Tontrauben, gegen die sich die Männerstimmen mit wiederholt artikulierten wichtigen Zeilen durchzusetzen hatten.

Danach gehörte die Bühne der NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von Andrew Manze. Die Geigerin Arabella Steinbacher war die Solistin in Mozarts Violinkonzert A-Dur KV 219. Mit ihrem feinen hellen Ton auf der Stradivari von 1716 war sie prädestiniert für die Art und Weise, wie Manze den Mozart anfasste.

Zum Abschluss die Sinfonie-Kantate „Lobgesang“ von Mendelssohn Bartholdy mit dem NDR Chor und dem WDR Rundfunkchor, mit Anna Lucia Richter und Esther Dierkes, Sopran, und dem Tenor Robin Tritschler. Unter leicht drängenden Tempi erreichte Manze auch hier ein klares, fein konturiertes Klangbild. Mit kraftvollen Chorhöhepunkten allerdings gab er sich ganz der langhallenden Akustik des Kirchenraumes hin. Spontaner Jubel und Bravorufe waren die Antwort auf den vielversprechenden Festspielbeginn.
 

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erstellt am 18.Jun.2017 | 21:00 Uhr

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