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Landgestüt Redefin : „Festspiele sind ein Bürgerfestival“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

1600 Besucher sind am Sonnabend vom Picknick-Pferde-Sinfoniekonzert in Redefin begeistert

Welch ein Genuss! Die 200 Festspielfreunde in der Reithalle des Landgestüts Redefin schwärmten in der Konzertpause in den höchsten Tönen – doch nicht den noblen Klängen des Stargeigers Renaud Capuçon galt ihr Entzücken, sondern dem Festspiel-Wein, den ihnen Vereins-Vorstand Peter Schwarz kredenzte. Hat der Rüganer Hotelier doch vor einigen Jahren mit Freunden an der Mosel einen kleinen Weinberg erworben.

Und auch mit Capuçons beseeltem Geigenton in den impressionistischen, bestrickend eleganten Klangmalereien von Saint-Saëns‘ raffiniertem h-Moll-Violinkonzert korrespondierte die Riesling-Auslese prächtig, zumal Christoph Eschenbach und das Orche-stre National de France das nötige Stilempfinden offenbarten, um den meisterhaften sinfonischen Bau des Konzerts herauszuarbeiten. Dass dem „nur“ 1600 Besucher zujubelten – und damit den Festspielen das besucherschwächste der drei diesjährigen Picknick-Pferde-Sinfoniekonzerte in Redefin bescherten –, nahm Intendant Markus Fein sportlich: „Das sind immer noch mehr, als das Orchester daheim in Paris in seiner Spielstätte hat – der dortige Saal hat 1400 Plätze.“

Ohnehin zeigte sich der Festspiel-Chef „äußerst zufrieden“ mit dem Zuspruch dieses Sommers, wie der 47-Jährige auf dem Stifter-Empfang in der Konzertpause erzählte – nicht zuletzt mit Blick auf die Festspiel-Stiftung, deren Kapital mittlerweile auf fast drei Millionen Euro angewachsen ist: „Eine wunderbare Botschaft, dass diese Festspiele ein Bürgerfestival sind.“ Die Herkunft der Besucher aus allen Teilen des Landes gab ihm recht.

Am Abend indes galt die Aufmerksamkeit dann allein der Musik – und allenfalls noch der Frage, ob das Publikum wohl wie zuvor schon bei Saint-Saëns auch bei Tschaikowskys fünfter Sinfonie zwischen den Sätzen applaudieren würde… Eschenbach schlug den Beifallsfreudigen ein Schnippchen und ließ die vier Sätze fast nahtlos aufeinander folgen. Vor allem aber führte er das sinfonische Schlachtross durch das schicksalsträchtige Dunkel ins musikalische Licht – per aspera ad astra: grandios!

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