zur Navigation springen

Fernseher brannte, Mann in Hagenow im Schlaf erstickt

vom

svz.de von
erstellt am 16.Mär.2012 | 10:31 Uhr

Hagenow | Der Tod kam leise und völlig geruchlos: In der Nacht zu gestern starben in Hagenow ein 38-jähriger Mann und sein Hund offenbar an Kohlenmonoxid-Vergiftung. Friedlich schlafend lagen beide im Bett, während nebenan im Wohnzimmer die Flammen bereits aus dem Fenster schlugen. Brandherd war sehr wahrscheinlich der Fernseher.
Mehr als 400 Liter Wasser pumpten die Feuerwehrleute in die völlig zerstörte Wohnung im vierten Stock des Mehrfamilienhauses. Auch das darunterliegende Appartment ist derzeit nicht bewohnbar. „Arm in Arm“ hätten die Kameraden Herrchen und Hund vorgefunden – jede Rettung kam für sie zu spät.
Mehr Glück hatten die anderen zwölf Mieter. Sie konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Einige von ihnen wurden kurz nach 4 Uhr durch einen lauten Knall wach und alarmierten den Hausmeister im benachbarten Wohnblock. Sie vermuteten, der seit etwa fünf Jahren in Hagenow lebende Österreicher würde eine Party feiern. Der Hausmeister macht sich nun schwere Vorwürfe, denn nachdem er sich angezogen hatte und rüberlief, loderte das Feuer bereits. Hätte er schneller reagieren müssen?
Die Experten nahmen ihm diese Angst - auch durch ein früheres Eintreffen der Hilfskräfte hätten beide nicht gerettet werden können. Das tödliche Gas tritt schon bei unvollständiger Verbrennung auf und verbreitet sich extrem schnell. Kohlenmonoxid rieche und schmecke nicht, hat also keinerlei Warnwirkung - bei Schlafenden schon gar nicht.
Die Kriminalpolizei ermittelt sowohl in Richtung technicher Defekt als auch fahrlässige Brandstiftung. Vielen stellt sich derweil die Frage, warum der Hund nicht angeschlagen hat. Hierzu hat Stephanie Schmitz eine Erklärung: „Hunde haben zwar eine empfindlichere Nase als Menschen“, bestätigt die Tierärztin aus Pastow bei Rostock, „aber dazu muss ja erst einmal ein Geruch da sein.“ Möglicherweise gäbe es Spezialhunde, die auf solche Extremsituationen trainiert sind. Ein normaler Haushund könne dies aber nicht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen