Landwirtschaft in MV : Ferkeltötung: Bauern lenken ein

Mehr als Zweimillionen Zuchtsauen gibt es in Deutschland.
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Mehr als Zweimillionen Zuchtsauen gibt es in Deutschland.

Ferkel sollen nicht mehr erschlagen werden

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25. Juli 2014, 11:45 Uhr

Nun also doch: Auch in Mecklenburg-Vorpommern wollen Schweinehalter und Agrarpolitiker nach Wegen suchen, das brutale Töten neugeborener Ferkel zu vermeiden. Bundesweit hatte eine Fernsehreportage für Aufregung gesorgt. Die Aufnahmen zeigten, wie Mitarbeiter von Schweinezuchtanlagen Ferkel durch das Schlagen an eine Wand töteten. So auch in Nordwestmecklenburg.

Gestern lud Landestierärztin Maria Dayen zu einer Sonderberatung ein. Mittelpunkt der Debatte: Wann gelten Ferkel als nicht überlebensfähig und wie sind diese zu betäuben bzw. zu töten, so Dayen gegenüber unserer Redaktion. Bisher ließen die Gesetzestexte viele Lücken. Nicht ausreichend geklärt war, wie ein Tierhalter die Lebensunfähigkeit eines Ferkels festzustellen hat. „Wir haben festgelegt, dass die Lebensunfähigkeit in einem einem zweistufigen Verfahren festgestellt werden muss“, erklärt Dayen. Soll heißen, der gesamte Wurf wird erst begutachtet und schwache und/oder missgebildete Ferkel gekennzeichnet. Dann sollen die gekennzeichneten Ferkel ein weiteres Mal untersucht werden. Erst dann erfolgt die Selektion. „Der Tierhalter soll genau dokumentieren, warum er eine Entscheidung trifft“, erklärt Dayen. Die Betäubung und Tötung muss in einem gesonderten Bereich des Stalls und nicht auf dem Stallgang erfolgen. „Konkret bedeutet dies, dass mittels Kopfschlag eine Betäubung herbei geführt werden kann. Danach muss eine Tötung zum Beispiel durch Entblutung oder der Zufuhr von CO2 erfolgen.“

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Genau wurde jedoch nicht festgelegt, ab wann ein Ferkel als nicht überlebensfähig gilt. Bei dem Treffen war eine Gewichtsgrenze von 400 Gramm im Gespräch. „Kriterien für die mangelnde Lebensfähigkeit eines Ferkels können organische Fehlentwicklungen oder starkes Untergewicht sein. Die ‚Überzähligkeit‘ von Ferkeln ist nach wie vor kein hinreichender Grund“, so Dayen. Im Interesse eines Landwirtes läge es, alle Ferkel aufzuziehen.


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