Ferienspaß im Hausboot

Hans-Christian Ruhberg   arbeitet an der Entwicklung von Hausbooten aus Einzelmodulen, die sich ganz ach Wunsch erweitern lassen. In 2011 will er den Prototypen präsentieren.volker bohlmann
Hans-Christian Ruhberg arbeitet an der Entwicklung von Hausbooten aus Einzelmodulen, die sich ganz ach Wunsch erweitern lassen. In 2011 will er den Prototypen präsentieren.volker bohlmann

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02. März 2010, 11:37 Uhr

Gadebusch | Mit neuen Ideen und vier Partnern möchte das auf glasfaserverstärkte Dämmelemente spezialisierte Unternehmen ECP aus Gadebusch neues Terrain erobern, auf zahlreichen Seen und Urlaubszentren den Stapellauf von Hausbooten vollziehen. Genau genommen hat Hans-Christian Ruhberg, der Geschäftsführer von ECP, sich bis Ende 2011 Zeit gegeben, dieses ehrgeizige Projekt umzusetzen. "Der Bund unterstützt das Vorhaben mit Finanzmitteln aus dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand und gibt den zeitlichen Rahmen vor" , sagt der Gadebuscher Unternehmer.

Damit verbleiben Ruhrberg knapp 18 Monate. Von Zeitdruck spricht der Unternehmer nicht. Er ist durch und durch Optimist und setzt auf Partnerschaft. Hinter der Kurzbezeichnung "HaDE Schwimm" stehen die Hochschule der Hansestadt Rostock, die Hochschule Ostwestfalen-Lippe, das Unternehmen Optiplan und ECP als Forschungs- und Entwicklungsgruppe. Eine Verbindung, die in den zurückliegenden drei Jahren allmählich gewachsen sei.

Im Ergebnis präsentiert Ruhrberg das Modell eines Hausbootes. Nichts neues, aber eben doch anders. Denn solch schwimmende Häuser schippern seit Jahren auf Seen der Republik. Neu am Gadebuscher Boot ist allerdings das verwendete Material: Mit Kunststoff und Metall ummanteltes Styropor. "Leicht, stabil und modulweise erweiterbar", sagt Hans-Christian Ruhrberg. Während seine Firma die Fertigung der Schwimmkörper und Wandteile vorantreibt, entwickelt Optiplan den geeigneten und gegen Algen resistenteren Kunststoff für die Ummantelung. Beschäftigen sich Professoren und Studenten der Hochschulen mit Lösungsvarianten zur Gewichtsverteilung auf 30, 60 oder mehr Quadratmetern Fläche.

Mit den weißen, eher klinisch rein wirkenden Wänden, die bei der von ECP gefertigten Wand- und Dachelementen zum Bau von Lebensmittelproduktionshallen zum Einsatz kommen, habe das Hausbootprojekt nichts gemein. "Alle erdenklichen Oberflächen sind realisierbar", so Ruhrberg. Der Gast solle das Urlaubsgefühl im schwimmenden Ferienhaus nicht missen.

Am kommenden Freitag beraten die Partnerfirmen die Entwicklung der Prototypen erstmals im Gadebuscher Werk. Spätestens Ende 2011 beginnt die Testphase auf dem Wasser. Den erfolgreichen Stapellauf fördert ECP mit der Schaffung einer qualifizierten Arbeitsstelle. Seit gestern befasst sich ein Ingenieur mit der Entwicklung des Hausbootprojektes.

Damit trägt Ruhrberg den Nachfragen auf der Bootsmesse Hamburg Rechnung. Dort erkundigten sich mehrere Anbieter nach der Möglichkeit aus Leichtbaumodulen ein schwimmfähiges Ferienhaus auf den Markt zu bringen.Erfahrungen, im Produktionsablauf konnte Ruhrberg und sein Team in den zurückliegenden Jahren sammeln. 2004 startete ECP mit der Produktion von mit Kunstfaser verstärkten Dämmelementen für die Lebensmittelindustrie. Man habe sich am Markt etabliert, meint der Unternehmer. Unter anderem konnte ECP Teile zum Bau des Edeka-Logistikzentrums und für den Lebensmittelproduzenten Wiesenhof liefern. Weitere Entwicklungen aus Gadebusch sind Leicht- und Flachdächer für Carports mit acht Metern Spannweite.

Insgesamt zählt das Unternehmen 17 Mitarbeiter. Gelingt der Einstieg in den Freizeitbereich, hält Ruhrberg eine Erweiterung der Produktionsanlage für möglich.

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