MV rüstet sich für Urlauber : Ferienhausbesitzer dürfen ab 18. Mai kommen

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Mecklenburg-Vorpommern lockert weiter seine Corona-Restriktionen für Urlauber. Auswärtige Ferienhausbesitzer dürfen eine Woche vor den anderen Gästen kommen. Für Menschen aus Hochrisiko-Gebieten bleibt die Einreise aber nicht erlaubt.

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12. Mai 2020, 12:52 Uhr

Alle auswärtigen Besitzer von Ferienhäusern und Ferienwohnungen in Mecklenburg-Vorpommern dürfen vom 18. Mai an wieder in den Nordosten kommen. Damit werde ihnen die Gelegenheit gegeben, die Wohnungen für die ab 25. Mai wieder mögliche Vermietung vorzubereiten, erklärte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Schwerin. Das Mitte März zur Eindämmung der Corona-Epidemie verhängte Nutzungsverbot für auswärtige Immobilienbesitzer hatte für viel Kritik gesorgt.

 

Nach den Worten Glawes verständigte sich das Kabinett auch auf die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Neustart im Tourismus insgesamt. Vom 25. Mai an dürfen Touristen aus ganz Deutschland wieder Urlaub an der Ostsee-Küste und in den anderen Ferienregionen Mecklenburg-Vorpommerns machen. Tagesausflüge in den Nordosten sind aber weiterhin nicht erlaubt.

Fremdenverkehr tragende Wirtschaftssäule

„Die Ankündigung, dass es wieder losgeht, hat den Hotels viele Anrufe und Buchungen beschert“, sagte Glawe. Der Fremdenverkehr, der im industrieschwachen Nordosten als eine tragende wirtschaftliche Säule gilt, hatte besonders unter den coronabedingten Zwangsschließungen zu leiden. Viele der rund 131 000 Beschäftigten waren oder sind in Kurzarbeit.

Glawe verwies zugleich auf das Einreiseverbot für Menschen aus Gebieten mit einer hohen Zahl von Neuinfektionen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) werde täglich im Internet eine Liste mit den Gebieten veröffentlichen, die innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Corona-Neuinfektionen je 100 000 Einwohner haben. Derzeit seien das vier Landkreise in Deutschland, sagte Glawe. Wer dennoch aus solchen Gebieten anreise, dem drohe ein Ordnungsgeld von bis zu 500 Euro.

„Wir leben in Corona-Zeiten. Und da hat jeder die Pflicht, sich vor Antritt der Reise zu informieren, welche Bedingungen daran geknüpft sind“, betonte der Minister. Ziel sei es jedoch, Orte mit hoher Infektionsbelastung punktgenau zu bestimmen, um nicht ganze Kreise vom Urlaub an der Küste auszuschließen. Dazu werde es auch Gespräche mit dem Bundesgesundheitsministerium geben. Zudem versicherte Glawe, dass jeder Urlaubsgast mit möglichen Symptomen untersucht und bei Bedarf umfassend medizinisch versorgt werde.

Schon vom 18. Mai an sind Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätze für Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns wieder nutzbar.

Vermieter können sich vorbereiten

Eine Woche später fällt das Einreiseverbot für Touristen aus anderen Bundesländern. Der Urlaubsstart für Auswärtige sei auf einen Montag gelegt worden, um den Vermietern Zeit zu geben, sich auf den zum folgenden Pfingstwochenende erwarteten Ansturm gut vorbereiten zu können, hieß es aus der Staatskanzlei.

Mit Rücksicht auf die geforderten Mindestabstände auch in Frühstücksräumen und Restaurants ist laut Glawe Hotels und Pensionen vorerst nur die Vermietung von maximal 60 Prozent ihrer Bettenkapazitäten erlaubt. Die Angebote kleiner Privatvermieter eingerechnet, stünden damit rund 300 000 Betten zur Verfügung. „Wir werden uns die Auswirkungen dieser Lockerungen genau anschauen und dann Mitte Juni entscheiden, ob weitere Schritte möglich sind“, erklärte Glawe.

Bars, Kneipen und Diskotheken noch geschlossen

Als erstes Bundesland überhaupt hatte Mecklenburg-Vorpommern schon zum 9. Mai unter strengen Hygieneauflange wieder die Öffnung von Gaststätten täglich bis 21.00 Uhr erlaubt. Strandkörbe dürfen seit dem 11. Mai wieder vermietet werden und auch Fahrradverleiher durften öffnen. Charterboote und Ausflugsschiffe können vom 18. Mai an wieder in See stechen. Geschlossen bleiben zunächst aber noch Bars, Kneipen und Diskotheken.

Die Linksfraktion im Landtag warf der Landesregierung einen „Zickzackkurs beim Tourismus“ vor. Zunächst habe man selbst die Öffnung der Außengastronomie als zu gefährlich eingestuft, kurz darauf aber entschieden, Touristen aus der gesamten Bundesrepublik wieder einreisen zu lassen. „Künftig sollte auf wöchentliche Schnellschüsse verzichtet und zu einem seriösen Agieren zurückgekehrt werden: Zunächst in Ruhe nachdenken und abwägen, dann Lockerungen festlegen“, forderte Henning Foerster von der der Linksfraktion.

Auch die nicht im Landtag vertretene Vereinigung der Windkraftgegner, Freier Horizont, konstatierte „eine 180 Grad-Wende“ der Landesregierung von den bundesweit strengsten Restriktionen hin zur Vorreiterin der Lockerungen.

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