Fleesensee-Resort : Feriendorf sucht Kapitalgeber

Wird nicht mehr von der Radisson-Gruppe betrieben: Seit Frühjahr haben die neuen Betreiber das Schlosshotel übernommen. Die Übergabe war ursprünglich erst für den Herbst vorgesehen.
1 von 2
Wird nicht mehr von der Radisson-Gruppe betrieben: Seit Frühjahr haben die neuen Betreiber das Schlosshotel übernommen. Die Übergabe war ursprünglich erst für den Herbst vorgesehen.

Ein dreiviertel Jahr nach dem Einstieg sucht Lindner-Gruppe Käufer für Appartements im Fleesensee-Resort

von
25. August 2015, 06:30 Uhr

Eigentümersuche im größten Feriendorf Mecklenburg-Vorpommerns: Nur ein dreiviertel Jahr nach dem Kauf des Ferienresorts Land Fleesensee in der Müritzregion sucht der Düsseldorfer Immobilienentwickler Lindner Investment Management (LIM) neue Kapitalanleger für die 193 Ferien-Appartements im Dorfhotel. Seit Mitte Juli stünden die Wohnungen zum Verkauf, erklärte LIM-Vertriebschef Philipp Wadenpohl. Inzwischen seien für die ersten Appartements Kaufabsichten für vier Millionen Euro gezeichnet worden. Vor allem die Wohnungen in den schönsten Lagen an den Wasser- und Teichanlagen seien begehrt. Erste Abschlüsse würden in Kürze erwartet, sagte Wadenpohl. Derzeit würden die Wohnungen noch renoviert.

Mit dem Appartementverkauf holt sich die Lindner-Gruppe einen Teil des Kaufpreises für das Ferienresort zurück. Der Verkauf sei eine „strategische Unternehmensentscheidung“, sagte eine Firmen-Sprecherin. Nach 22 monatigen Verhandlungen hatte Lindner im Oktober vergangenen Jahres die Anlage mit Nordeuropas größtem Golfressort, mit Robinson Club, Radisson SAS Resort und Dorfhotel erworben. Das 550 Hektar große Land Fleesensee gilt mit 1600 Betten, 500 Beschäftigten und großzügigen Golfanlagen als eines der größten Freizeit- und Golfresorts Deutschlands. Über den Kaufpreis war seinerzeit Stillschweigen vereinbart worden. Zu Beginn der Verkaufsverhandlungen war unbestätigten Informationen zufolge von einem Kaufpreis von 47 Millionen Euro die Rede gewesen. Jetzt könnte der Appartement-Verkauf Schätzungen zufolge Lindner weit mehr als 20 Millionen Euro in die Kasse spülen. Zum Verkauf stehen sieben verschiedene Wohnungstypen – vom 42-Quadratmeter-Zwei-Zimmer-Appartement bis zur 72 Quadratmeter großen Drei-Zimmer-Ferienwohnung mit Terrasse oder Balkon. Kaufpreis: zwischen 93 000 und 170 000 Euro.

In zwei bis drei Jahren soll der Appartement-Verkauft abgeschlossen sein, kündigte Wadenpohl an. Ferienimmobilien seien ein Zukunftstrend, sagte eine Unternehmenssprecherin – eine Kapitalanlage, die sich rentiere.

Bisherige Geldgeber hatten in Fleesensee allerdings wenig Glück. Knapp 2000 Anleger hatten in den 90er-Jahren über einen Fonds in das Prestigeobjekt investiert und sich von Vertriebspartnern mit hochfliegenden Renditeaussichten, lukrativen Abschreibungsmodellen und Steuervorteilen locken lassen. Etwa 100 Millionen Euro hatten sie für die 200 Millionen-Euro-Investition eingebracht. Weitere 47 Millionen Euro Fördermittel hatten die Steuerzahler dazugegeben. Anfangs waren noch fünf Ausschüttungen von fünf Prozent überwiesen worden, später nur noch 0,5 Prozent, in den meisten Jahren aber nicht ein Cent. Ein Kapitalschnitt brachte sie schließlich später um große Teile ihrer Einlagen.

Die Lindner-Offerte verspricht hingegen eigenen Angaben zufolge Sicherheit. Käufern werde eine Rendite von drei Prozent garantiert, erklärte LIM-Vertriebschef Wadenpohl – ohne Leerstandsrisiko sowie Vermietungs- und Instandhaltungskosten. Dazu würde die Wohnung an den bisherigen Betreiber des Dorfhotels, den Touristikkonzern TUI, zurück vermietet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen