Born : Feriendorf spaltet Gemeinde

Eine Bürgerinitiative will den idyllischen Charakter von Born auf dem Darß bewahren.
Eine Bürgerinitiative will den idyllischen Charakter von Born auf dem Darß bewahren.

Gegen die Bebauung mit Hotel, Häusern und Ferienwohnungen und bis zu 670 Betten kämpft die „Bürgerinitiative zum Erhalt des unbebauten Borner Holm“.

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04. März 2014, 01:37 Uhr

Die Emotionen in der beschaulichen 1100-Einwohner-Gemeinde Born auf dem Darß kochen hoch: Ein Gespräch über die mögliche Bebauung des knapp 15 Hektar großen Gebiets „Borner Holm“ scheint kaum möglich, ohne dass die Lautstärke ansteigt und Verunglimpfungen ausgetauscht werden. Dabei liegen die Pläne für die Ferienanlage auf dem in den Bodden hineinragenden Gelände schon seit 1991 vor – allerdings in abgewandelter Form.

Gegen die Bebauung mit Hotel, Häusern und Ferienwohnungen und bis zu 670 Betten kämpft die „Bürgerinitiative zum Erhalt des unbebauten Borner Holm“. Sie will das Landschaftsschutzgebiet und das Dorf in der heutigen Form bewahren. Für den Vorsitzenden der Initiative, Dieter Borchmann, lautet die zentrale Frage: „Verkraftet der Ort eine Ferienanlage dieser Größenordnung?“ Der Ort lebe davon, dass Privatleute Ferienwohnungen anbieten und so zusätzliche Einnahmen erzielten. Es seien gerade das Private und der persönliche Kontakt, was den Reiz des Dorfes ausmache – beispielsweise, dass Gäste auch mal beim Vermieter um eine Zwiebel nachfragen können. Die riesige Anlage bringe dagegen Vorteile hauptsächlich für Geldanleger, die Einnahmen würden zum Großteil aus dem Ort herauswandern.

Der parteilose Bürgermeister Gerd Scharmberg steht in vorderster Front der Befürworter und führt derzeit auch Verhandlungen mit einem potenziellen Investor. „Wie bekommen wir mehr Gäste in die Gastronomie? Wie schaffen es die Dienstleister, das ganze Jahr Einkommen zu erzielen?“, sind Fragen, die ihn umtreiben. Der Verkauf des Geländes werde Millionen in die Kasse spülen, Geld, das für die Entwicklung Borns dringend notwendig sei. Scharmberg sieht sich vielen Vorwürfen seiner Gegner ausgesetzt. Er erklärt aber: „Ich möchte den Eindruck, ich würde hier Rambo spielen, gerne zerstreuen.“

Die Bürgerinitiative hat auch Zweifel an der Tauglichkeit des Geländes. Es sei hochwassergefährdet, der Holm müsste komplett eingedeicht werden, sagt Borchmann. Die Initiative hält es für sinnvoller, das umfangreich vorhandene Brachgelände im Ort zu erschließen.

Bis zur Kommunalwahl am 25. Mai werden nach Worten von Scharmberg keine Entscheidungen mehr getroffen. Er macht aber klar: „Wenn die Zukunft von Born das Verschenken von Zwiebeln sein sollte, dann müssen sich die Borner einen anderen Bürgermeister suchen.“


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