zur Navigation springen

Lüblow, Rastow und Sülstorf : Feierabend in drei Bahnhöfen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach Umstellung auf elektronische Stellwerke werden 15 Fahrdienstleiter überflüssig

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2015 | 08:00 Uhr

Noch gibt es in den kleinen Bahnhöfen Sülstorf, Rastow und Lüblow insgesamt 15 Fahrdienstleiter für die drei Stellwerke. Doch ihre Arbeitstage in den betagten Bahnhofsgebäuden sind gezählt. Am Pfingstmontag, 25. Mai, wird das elektronische Stellwerk Rastow in Betrieb genommen und dann ist für die Mitarbeiter an diesen Standorten Feierabend. Das elektronische Stellwerk Rastow wird dann über die Betriebszentrale Berlin die Betriebsstellen Lüblow, Rastow und auch Sülstorf auf dem Streckenabschnitt von Ludwigslust bis Holthusen steuern. Betreiberin ist die DB Netz AG. Die Betriebsstellen Ludwigslust und Holthusen werden schon jetzt über die Betriebszentrale Berlin gesteuert. Im Zuge der Bauarbeiten wurden bereits die Bahnsteige in Sülstorf und Rastow erneuert. „Für Lüblow ist die Erneuerung der Bahnsteige dieses Jahr mit Inbetriebnahme des neuen Stellwerks vorgesehen“, heißt es von Seiten der Bahn. Ab 2013, so der Bahn-Sprecher, seien alle vorhandenen Bahnübergänge im Abschnitt Ludwigslust-Holthusen erneuert worden. Auch diese werden über das elektronische Stellwerk gesteuert beziehungsweise überwacht.

„Während der Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerkes Rastow muss der Streckenabschnitt Ludwigslust–Holthusen vom 26. Mai bis 12. Juli dieses Jahres gesperrt werden“, sagt ein Sprecher der Deutschen Bahn. In dieser Zeit soll ein Schienenersatzverkehr eingesetzt werden.

1888 wurde die Verbindung von Holthusen nach Ludwigslust an der Berlin-Hamburger Bahn in Betrieb genommen. „So alt ist auch das Bahnhofsgebäude in Sülstorf“, weiß Bürgermeister Horst Busse. Das Gebäude diente ausschließlich als Bahnhofsgebäude, „eine Kneipe oder einen Laden gab es dort nie“, weiß Busse. Nach dem Verkauf der Bahn in Privathand, wurde der Sülstorfer Bahnhof 2013 erneut versteigert. Die Gemeinde hatte mitgeboten, weil sie gerne selbst Besitzerin des alten Bahnhofs geworden wäre. „Bis zur Summe von 20  000 Euro waren wir dabei, dann sind wir ausgestiegen“, sagt Busse, der den alten Wartesaal gerne zum Heimatmuseum gemacht hätte. Den Zuschlag hat letztlich ein Berliner Unternehmen bekommen, das zudem den Bahnhof in Lüblow erstanden hat. Welche Pläne das Unternehmen für die Bahnhöfe genau hat, das steht noch nicht fest. Die Gemeinde Sülstorf hat jedoch in Abstimmung mit dem neuen Eigentümer vereinbart, dass sie einen Straßenabschnitt auf dem Gesamtgrundstück käuflich erwerben kann.

Auch der Bahnhof Rastow befindet sich in Privatbesitz. Für dieses Gebäude sind ebenfalls noch keinen genauen Nutzungspläne bekannt.

Die betroffenen Fahrdienstleiter sollen, so heißt es von Seiten der Bahn, andere Aufgaben im Unternehmen übernehmen. „Diese Maßnahme wurde langfristig geplant und mit den betroffenen Mitarbeitern besprochen“, heißt es weiter. Die Funktion des Fahrdienstleiters beschränkt sich auf die betriebsdienstlichen Tätigkeiten im Stellwerk. Er ist nicht für den Service der Reisenden verantwortlich. Nach eigenen Angaben betreibt die DB Netz AG – mit Stand 2013 – 3256 Stellwerke, davon 407 elektronische.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen