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Mecklenburg-Vorpommern

21. Oktober 2017 | 14:21 Uhr

Brandschutz : Fehlalarme nerven Feuerwehren

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

7064 Einsätze landesweit nach falschem Alarm – häufig durch Rauchmelder / Trotzdem loben Brandschützer die Warngeräte

von
erstellt am 13.Jun.2014 | 08:15 Uhr

Fehlalarme werden für die knapp tausend Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend zum Problem. „Das nervt“, sagte gestern der amtierende Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes, Dietmar Zgaga, im Gespräch mit unserer Redaktion. Im vergangenen Jahr standen 7064 Falschalarmierungen 3097 tatsächliche Brände gegenüber. Im Jahr 2010 waren es noch 4597 Fehlalarme und 3485 Brände, wie aus den offiziellen Einsatzstatistiken des Schweriner Innenministeriums hervorgeht.

„Gerade für Mitglieder in freiwilligen Feuerwehren ist es eine Belastung, nachts umsonst zum Einsatz gerufen zu werden“, berichtete Zgag. Trotzdem müssen Einsatzbereitschaft und Motivation hoch bleiben.

Zunehmend lösen Brandmeldeanlagen in Unternehmen und private Rauchmelder in Wohnungen Falschalarmierungen aus. Diese Geräte seien wichtig, müssten aber regelmäßig gewartet und ordnungsgemäß eingestellt sein, fordert der Landesfeuerwehrverband. Seit 2006 ist in Mecklenburg-Vorpommern nach der Landesbauordnung der Einbau von Rauchwarnmeldern in Neubauten Pflicht. Bestehende Altbauten mussten bis zum 31. Dezember 2009 nachgerüstet werden. Mit gutem Grund: Jährlich sterben in Deutschland etwa 500 Menschen durch Brände, 6000 werden verletzt, erinnerten Brandschützer am gestrigen Rauchmeldertag. Alarmanlagen können Leben retten, doch viele Geräte sind störanfällig. Nur jeder zweite untersuchte Rauchmelder erhielt im vergangenem Jahr ein Gut von der Stiftung Warentest.

Die meisten Fehlalarmierungen gab es 2013 in Schwerin. Bei den insgesamt 2955 registrierten Fällen wurden aber auch die Fehleinsätze des Rettungsdienstes in die Statistik aufgenommen.

In Schwerin muss die Feuerwehr, wenn sie zu einem Brandeinsatz gerufen wird, spätestens nach 13 Minuten mit mindestens 16 Mann vor Ort Hilfe leisten können. Doch trotz des Aufwandes wird für Fehlalarmierungen durch private Rauchmelder kein Regress erhoben – vorausgesetzt, es handelt sich nicht um grobe Fahrlässigkeit. Falschalarmierungen durch piepende Rauchmelder seien zwar nervig. „Doch wir haben es in Schwerin im vergangenen Jahr erlebt, dass durch diese Melder Menschenleben gerettet wurden“, sagte Amtsleiter Jürgen Rogmann.

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