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Parteitag und Vertreterversammlung am Wochenende : FDP: Die Messer sind gewetzt

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Die FDP im Land hat sich für ihren Parteitag und die Sitzung der Landesvertreter am Wochenende in Klink ein umfangreiches Paket geschnürt. Der Landesvorstand soll neu gewählt werden.

svz.de von
erstellt am 31.Mär.2011 | 01:09 Uhr

Schwerin | Die FDP im Land hat sich für ihren Parteitag und die Landesver tretersitzung am Wochenende in Klink bei Waren ein umfangreiches Paket geschnürt. Der Landesvorstand mit fünf Spitzen und neun Beisitzern soll neu gewählt werden. Wahlziele stehen zur Debatte. Und am Sonntagnachmittag soll auch noch die Landesliste für die Wahlen im September aufgestellt werden.

Unbeirrt vom jüngsten Wahldebakel mit der Halbierung der Stimmprozente im Süden haben sich bereits 17 Liberale für die Landesliste in MV exponiert. Derzeit hat die FDP sieben Abgeordnete im Landtag - bei einem glücklichen Resultat aus 2006 von 9,6 Prozent. Dass sich diese Zustimmung halbieren könnte und die Liberalen ihr Intermezzo im Landtag beenden, daran will derzeit keiner denken. "Wir sind die Opposition im Landtag. Wir haben als einzige demokratische Partei ohne Beißhemmungen die Regierung kontrolliert und eigene Vorschläge eingebracht. Die Drei-Parteien-Farblehre aus Rot, Rot und Schwarz hat dem Land zwölf Jahre lang nicht gut getan", sagt Fraktionschef Michael Roolf selbstbewusst. 340 Anfragen an die Regierung, 12 Gesetzentwürfe, 179 Anträge der Fraktion in den fünf Jahren mögen ihm recht geben.

Nur von viel mehr als fünf festen Sitzen im Parlament geht derzeit bei den Landes-Liberalen kaum jemand aus, wohl nicht einmal Roolf selbst. Das zähe Ringen um diese Listenplätze hat begonnen. Die Messer sind gewetzt. Erst zu Wochenbeginn haben zehn Kreisvorsitzende versucht, jene Abgeordneten aus dem Rennen zu werfen, die nicht die vereinbarten zehn Prozent von ihren Diäten brav an den Landesverband gezahlt haben. Das Ultimatum zur Rechnungslegung lief gestern ab. Ab morgigem Freitag soll in einer Landesvorstandssitzung abgerechnet werden. Roolf steht im Visier der Vorsitzenden. Der sagt aber von sich, mehr gespendet zu haben, als gefragt.

Unbestritten ist, dass die derzeitigen Landtagsabgeordneten den ersten Zugriff auf ein erneutes Mandat haben sollen. Sechs von sieben wollen auch erneut antreten. Der ehemalige Generalsekretär, der Greifswalder Sebastian Ratjen, will in seinen Zahnarztberuf zurück.

Aber sechs Kandidaten ist schon einer über der Hoffnung. Mancher nahm zudem an, der 68-jährige Bad Kleinener Schulleiter, Hans Kreher, würde verzichten. Der Bildungssprecher der Fraktion und Vize-Landtagspräsident gilt bei seinen Gegnern als "ausgebrannt". Wir fragten Kreher, und der kündigte an: "Ich werde kandidieren." Für Michael Roolf ein verlässlicher Kandidat, der "unbedingt" auf die Liste gehöre.

Hier tut sich ein erster großer Konflikt mit dem Kreisverband Bad Doberan auf. Da sieht man das ganz anders. Der Lehrer und ehemalige Landeselternratsvorsitzende Harry Klink wurde als "Spitzenkandidat der FDP für Bildung" nominiert. Unter die ersten sechs Plätze gehöre Klink, verlangt der zweitgrößte Kreisverband. Klink selbst über seine Vorzüge gegenüber Kreher: Er könne zusammenführen und wisse noch, was an den Schulen los sei. Platz zwei hält Klink für angemessen. Sein Credo: "Kein Bundesland hat ein derart zergliedertes staatliches Schulsystem."

Auf Platz zwei ist aber eigentlich auch Fraktionsgeschäftsführer Gino Leonard intern nominiert. Und für Platz drei meldet sich gegenüber unserer Zeitung schon mal der Sozialexperte im Landtag, der Rostocker Ralf Grabow, an. Er sieht sich als das soziale Gewissen der FDP. Fazit: Roolf, unbestritten aber bekämpft auf Platz 1, Leonard, Kreher, Klink, Grabow - das sind schon mal fünf Anwärter. Bis dahin ist unter den ersten Kandidaten aber noch keine Frau. Obwohl Sigrun Reese als Vize- Fraktionsvorsitzende kaum zu umgehen sein wird - zumal sie großes Ansehen genießt.

Spätestens hier meldet auch der Kommunalexperte der Fraktion und Warener Kreisvorsitzende Toralf Schnur seine Ansprüche an. "Eine Partei, die Wettbewerb fordert, sollte sich dem auch stellen", nimmt er es sportlich.

Kreisverbände wie Güstrow und Nordvorpommern haben zudem Listenkandidaten aufgestellt, die auch auf die ersten sechs Plätze gesetzt sind. Der Generalsekretär und Nordvorpommerns Kreischef Hagen Reinhold will seine Wunsch-Kandidatin "vor Platz sechs auf der Liste". Alle vorn, das wird schwer. "So ein Tag hat auch Dynamik", sagt Reinhold. Und wird recht bekommen.

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