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Unternehmen in MV : Fast jeder 5. Arbeitnehmer ist befristet eingestellt

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Die Unternehmen in MV vergeben häufiger nur befristete Arbeitsverträge als im bundesweiten Durchschnitt. Fast jeder fünfte hat keinen dauerhaften Vertrag. Für Ministerin Schwesig kein guter Zustand.

svz.de von
erstellt am 04.Dez.2012 | 07:20 Uhr

Fast jeder fünfte Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern ist nur befristet eingestellt. Wie das Statistische Amt am Montag mitteilte, hatten im vorigen Jahr 18,7 Prozent der Arbeitnehmer einen zeitlich eingeschränkten Arbeitsvertrag. Ohne die Auszubildenden seien es 13,8 Prozent. Damit liege das Land über dem Bundesdurchschnitt von 10,6 Prozent.

Die Unternehmer in Mecklenburg-Vorpommern stellten nur zögerlich dauerhaft an, sagte eine Sprecherin. Die Größenordnung der befristeten Verträge sei seit längerem konstant. Es gebe aber den Trend, dass zunehmend auch ältere sowie gut qualifizierte Arbeitnehmer zeitlich begrenzte Verträge erhielten.
Im Jahresdurchschnitt 2011 waren laut Statistikamt im Land 707 100 Menschen abhängig beschäftigt. Davon hatten 132 200 einen befristeten Arbeitsvertrag. 30,5 Prozent von ihnen steckten in der Ausbildung, 25,1 Prozent gaben an, dass sie keine Daueranstellung finden konnten. 9,1 Prozent der befristet Beschäftigten hatten Probezeitverträge.

Die 15- bis 24-Jährigen stellten mit 38,4 Prozent die größte Gruppe der „Befristeten“. Fast zwei Drittel von ihnen (64,6 Prozent) waren jedoch Auszubildende. Von den 2011 insgesamt 290 200 abhängig Beschäftigten zwischen 25 bis 44 Jahren hatten 48 600 (16,7 Prozent) einen terminierten Arbeitsvertrag - also etwa jeder sechste. Von den 45- bis 64-Jährigen war nur jeder zehnte (9,9 Prozent) befristet eingestellt. Männer und Frauen waren fast gleichmäßig von Befristung betroffen: zu 18,9 Prozent die Männer, die Frauen zu 18,4 Prozent.

Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) gibt den befristeten Arbeitsverträgen eine Mitschuld daran, dass in Deutschland zu wenig Kinder geboren werden. Wer so arbeiten müsse, könne seine Zukunft kaum planen. „Befristete Beschäftigung darf nur die Ausnahme aber nicht der Normalfall sein.“

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