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Bildung : Fast 3500 Kinder in MV schwänzen die Schule

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Linke und Kriminalitäts-Präventionsrat fordern Landesregierung zum Handeln auf

svz.de von
erstellt am 26.Mai.2015 | 08:00 Uhr

3447 Mädchen und Jungen sind im vergangenen Schuljahr an allgemeinbildenden Schulen Mecklenburg-Vorpommerns unentschuldigt dem Unterricht ferngeblieben. 778 dieser Schülerinnen und Schüler fehlten sogar länger als zehn Tage ohne Angabe von Gründen. Besonders viele Schulschwänzer gab es an Kooperativen und Integrierten Gesamtschulen – dort fehlten 798 (5,22 Prozent) Schüler – und an Förderschulen, wo sogar 681 (11,13 Prozent) Mädchen und Jungen unentschuldigt dem Unterricht fernblieben. Bereits an Grundschulen schwänzten 452 (1,02 Prozent), an Gymnasien dagegen nur 118 (0,51 Prozent) der Schüler.

„Aus der Antwort geht auch hervor, dass die Landesregierung keinerlei Änderungen am bestehenden Angebot für Kinder mit schulaversivem Verhalten plant“, kritisiert Simone Oldenburg, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion. Angesichts von fast 3500 Schülerinnen und Schülern, die unentschuldigt fehlten, sei dies „verantwortungslos“. Es gebe weder ein flächendeckendes Netz an Angeboten für die betroffenen Kinder, noch Maßnahmen, die für alle Altersstufen greifen. Frühzeitige und vorbeugende Maßnahmen fehlten ebenfalls. Anerkannte Ordnungs- und Erziehungsmaßnahmen würden erst ab Klasse 5 angewendet, kritisiert Oldenburg, „aber auch Lehrkräfte der jüngeren Jahrgangsstufen müssen Instrumente in die Hand bekommen, die einen möglichst reibungslosen Unterricht ermöglichen“.

Zugleich müssten auffällige Kinder unterstützt werden. „Eine wirksame Maßnahme könnte beispielsweise das pädagogische, erzieherische Gespräch mit den Kindern, aber auch den Eltern sein, in dem diesen die Konsequenzen ihres Handelns vor Augen geführt werden“, so Oldenburg.

Der Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung weist auf Untersuchungen hin, die einen Zusammenhang von Schulabsentismus – so der Fachbegriff fürs Schwänzen – und Gewalt beziehungsweise Gewaltbereitschaft junger Menschen sehen. Intensivschulschwänzer weisen demnach ein fünfmal höheres Gewaltniveau auf als Jugendliche, die nie geschwänzt haben. Auch der Landesrat empfiehlt deshalb dringend ein Landesprogramm gegen Schulabsentismus, wie andere Bundesländer es bereits haben.

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