Nächste Runde : Fast 150 Vorschläge für MV-Hymne

Idyllische Orte, viele Seen – hier die Penkuner Seenplatte – sind typisch für Mecklenburg und Vorpommern.
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Idyllische Orte, viele Seen – hier die Penkuner Seenplatte – sind typisch für Mecklenburg und Vorpommern.

Fachjury wählt daraus ihre fünf Favoriten. Siegertitel wird möglicherweise noch in diesem Jahr auf einer öffentlichen Gala gekürt

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10. Januar 2018, 05:00 Uhr

Lieder, die die Schönheit unseres Landes besingen, gibt es viele. Zum Beispiel das Mecklenburglied: „Wo die grünen Wiesen leuchten weit und breit, wo die Ähren wogen zu der Erntezeit, wo die Kiefernwälder stehn am Ostseestrand, da ist meine Heimat, Mecklenburger Land…“ Im östlichen Landesteil gilt dagegen das Pommernlied als eine Art Regionalhymne. „Weiße Segel fliegen auf der blauen See, weiße Möwen wiegen sich in blauer Höh’, blaue Wälder krönen weißer Dünen Sand; Pommerland, mein Sehnen ist dir zugewandt!“, heißt es darin.

Ein Lied oder gar eine Hymne, die beide Landesteile repräsentiert, gibt es dagegen nicht. Ein erster Versuch, eine solche zu finden, scheiterte vor mehr als 20 Jahren kläglich. Doch jetzt stieß der Aufruf des Heimatverbandes Mecklenburg-Vorpommern, eine Erkennungsmusik zu komponieren und zu texten, die zeitgemäß ist und die beide Landesteile gleichermaßen berücksichtigt, auf ein unerwartet großes Interesse. „Uns haben fast 150 Einsendungen erreicht“, erklärte Antonia Stefer, die beim Landesheimatverband den Hymnen-Wettbewerb betreut. Die große Resonanz habe den Verband selbst überrascht – und begeistert, erzählt sie. „Wir hatten ja im Vorfeld keinerlei Vorstellung, wie viele Menschen wir mit unserem Aufruf ansprechen werden.“

 

Die Idee, eine Hymne für das ganze Land zu suchen, sei seit langem gewachsen, hatte die Vorsitzende des Heimatverbandes, Dr. Cornelia Nenz, erklärt, als der Wettbewerb im vergangenen Frühjahr startete. Vor allem Alt-Ministerpräsident Harald Ringstorff, der Ehrenmitglied des Heimatverbandes ist, habe das Projekt vorangetrieben, so Nenz. Dass auch ein „Bindestrich-Land“ durchaus eine gemeinsame Hymne haben kann, zeige im übrigen das Nachbarland mit „Schleswig-Holstein meerumschlungen“.

Hierzulande konnten bis zum 31. Dezember vergangenen Jahres Vorschläge eingereicht werden. „Relativ viele Einsendungen kommen von außerhalb unseres Bundeslandes“, ist Antonia Stefer bei einer ersten Sichtung aufgefallen. „Auch sie haben aber in der Regel einen Bezug hierher, die Autoren haben zum Beispiel lange hier gelebt – anders könnte man sicher auch gar nicht die Mentalität hier treffen.“

Zurzeit stellt Antonia Stefer die Jury zusammen, die alle Einsendungen begutachten soll. Ihr werden Experten aus den Bereichen Musik, Text und Lyrik angehören, aber auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus dem Land.

Erste Aufgabe der Jury wird es sein, aus den knapp 150 Einsendungen fünf auszuwählen, die für die Interpretation vorbereitet werden. Auf einer öffentlichen Veranstaltung soll dann der Siegertitel gekürt werden, so Antonia Stefer. Ihm winkt ein Preisgeld in Höhe von 20 000 Euro, die anderen Finalisten sollen mit 1000 Euro prämiert werden. „Eine Entscheidung der Jury soll noch in diesem Jahr fallen“, kündigte Antonia Stefer an. Der ursprüngliche Zeitplan des Heimatverbandes hatte vorgesehen, dass das erst 2019 passieren soll. „Wir wollen aber der Jury nicht allzu viele Vorgaben machen“, erläutert Antonia Stefer. Steht das Fachgremium, soll umgehend das weitere Verfahren abgestimmt werden.

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