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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 09:29 Uhr

Fangquoten zwingen Fischer an Land

vom

Nach rund einem Monat mit satten Fängen stehen die Küstenfischer in MV vor dem Abschluss der Heringssaison. Die Fischereigenossenschaft Freest hat die Quote von rund 1650 Tonnen weitgehend abgefischt.

svz.de von
erstellt am 17.Apr.2012 | 01:59 Uhr

Nach rund einem Monat mit satten Fängen stehen die Küstenfischer in Mecklenburg-Vorpommern vor dem Abschluss der Heringssaison. Die Fischereigenossenschaft Freest – größte in Vorpommern – hat eigenen Angaben zufolge die Quote von rund 1650 Tonnen weitgehend abgefischt. „Wir haben mit einem so geringen Fischereiaufwand noch nie so viele Heringe in den Netzen gehabt“, sagte der Chef der Fischereigenossenschaft, Michael Schütt, am Donnerstag.

Obwohl der Hering weiter in die küstennahen Gewässer zum Laichen ströme, müsse die Fischerei wegen der begrenzten Quoten beendet werden, bedauerte Schütt, zugleich Vizechef des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer. Die EU hatte nach vier Jahren mit drastischen Kürzungen die deutsche Heringsquote in der Ostsee für 2012 erstmals wieder um 30 Prozent auf 11 530 Tonnen erhöht. Erste Quotenempfehlungen für 2013 wollen Fischereibiologen Ende Mai bekanntgeben.

In Stahlbrode haben die Fischer mit Absicht verhaltener gefischt, um zum traditionellen Heringsfest am 14. April noch Silberlinge zum Verkauf anbieten zu können, wie Genossenschaftschef Bernd Schütze sagte. Von den 160 Tonnen, die die Fischer in diesem Jahr fangen durften, habe man sich deshalb 30 Tonnen offengehalten.Die Fischer entlang dem Hauptfanggebiet am Greifswalder Bodden berichteten übereinstimmend von vollen Netzen und einer ausgesprochen guten Heringsqualität. „Diese Heringssaison ist besser als in den fetten 1970er-Jahren“, sagte der Chef der Stahlbroder Fischer. Fettgehalt, Größe, Rogenausbeute und Heringspreise seien in diesem Jahr „topp“ gewesen, sagte auch der Freester Schütt.
Auch im Euro-Baltic-Fischwerk Sassnitz, einem der größten europäischen Fischverarbeitungswerke, geht die Heringssaison langsam dem Ende entgegen. „Wir nehmen bis zum 30. April noch die verbleibenden Restmengen an“, sagte Betriebsleiter Uwe Richter. Der große Schwung wäre aber durch. Wegen der guten Qualität habe das Werk für den Schleppnetz- und Reusenhering um bis zu 20 Prozent mehr als im Vorjahr gezahlt.

Für den Stellnetzhering konnte das hohe Preisniveau vom Vorjahr gehalten werden, sagte Richter. Die Sassnitzer Schleppnetzfischer, die seit Anfang Januar auf der freien Ostsee dem Hering nachstellten, meldeten in diesem Jahr Rekordfänge von bis zu 100 Tonnen pro Nacht.

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