Schwesigs kleines Geheimnis : Familienministerin im Baby-Glück

Manuela und Stefan Schwesig: „Wir freuen uns riesig. “
Manuela und Stefan Schwesig: „Wir freuen uns riesig. “

Manuela Schwesig erwartet im März Nachwuchs / Nach dem Mutterschutz will sie an ihren Arbeitsplatz in Berlin zurückkehren

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08. September 2015, 06:30 Uhr

Viel Zeit blieb Manuela Schwesig in den letzten Jahren für ihre Familie nicht. Aber vielleicht ist es gerade ihr rasanter Aufstieg vom Eintritt in die SPD im Dezember 2002 zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden und Bundesministerin heute, der sie gelehrt hat, ihren Job um ihre Familie herum zu bauen. Eine Bundesfamilienministerin, die keine Zeit für die Familie haben soll, das wäre ein Paradoxon.

Also ist Manuela Schwesig auch nach ihrem beruflichen Weggang aus Schwerin ihrer Heimat treu geblieben und hat ihren Lebensmittelpunkt gemeinsam mit ihrem Mann Stefan hier in einem modernen Haus inmitten der Altstadt. Und das nicht nur am Wochenende, sondern auch in der Woche. So oft wie möglich kommt sie nach Hause. „Mindestens einmal in der Woche hole ich unseren Sohn Julian aus dem Hort ab“, hat sie sich vorgenommen. In der Regel klappt das auch. Das Auto wird auf dem Weg nach Berlin zum Büro. Die Morgenkonferenz im Ministerium findet telefonisch auf der Fahrt statt.

Bald wird die Ministerin sogar für einige Monate zu Hause sein. Manuela und Stefan Schwesig bekommen im März Nachwuchs. Die 41-Jährige ist im vierten Monat schwanger. „Mir geht es richtig gut“, strahlt die werdende Mutter. „Wir freuen uns riesig. Julian hat sich schon lange ein Geschwisterchen gewünscht.“ Julian geht in die dritte Klasse einer staatlichen Schule in Schwerins Innenstadt. Einer Schule, die, als Julian eingeschult wurde, große Probleme mit dem Hort hatte. „Die Probleme des Alltags öffnen den Blick auf die eigene Politik aber auch auf die Politik anderer“, sagt sie. Für Schulen und Horte war seinerzeit ein Parteifreund Schwesigs verantwortlich, den sie aus ihrer Zeit als SPD-Fraktionsvorsitzende in der Stadtvertretung sehr gut kannte. Eine Ausnahme für die damalige Sozialministerin gab es deshalb nicht. „Das hätte ich nicht gewollt, das will ich auch heute nicht.“

Wer Schwesigs politische Statements hört, wird vieles aus ihrem Familienleben wiederfinden. Erst kürzlich forderte sie, auch für Politiker sollten der Sonntag ein Tag sein, der der Familie gehört. Der Sonntag ist der kleinen Familie heilig. Ihre Politik für Eltern mit kleinen Kindern war schon zur Zeit als Sozialministerin in MV und von viel Verständnis für junge Familien geprägt. Als Bayern das Betreuungsgeld einführte, sorgte Schwesig in MV dafür, dass junge Eltern 100 Euro zum Krippenbeitrag vom Land hinzubekommen.

Für die Ministerin ist schon heute klar, dass sie nach dem Mutterschutz wieder an ihren Arbeitsplatz im Berliner Ministerium zurückkehrt und ihren Job macht. „Ich habe die Elternzeit bei Julian genommen. Mein Mann nimmt die Elternzeit jetzt. Das gehört in einer modernen Familie doch dazu“, sagt sie. Ein bisschen hört sich das wie ein politisches Statement an. Manuela Schwesig ist in Berlin inzwischen viel mehr als die Quotenfrau aus dem Osten. Oft genug wagt sie sich an schwierige Themen. Die Frauenquote in Aufsichtsräten von großen Dax-Unternehmen, der Ausbau der Kindergartenlandschaft, das Elterngeld Plus. Bei der Frauenquote hat sie sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel hinter sich gebracht.

Schwesigs Rückzugsorte sind Hiddensee und Kühlungsborn. Hier an der Ostsee kann die Familie gut entspannen. Auf Hiddensee wird im Freundeskreis jedes Jahr Silvester gefeiert. Übrigens, im Urlaub bleibt das Handy der Ministerin in der Regel aus. Das hat sie sich auch für ihre Zeit nach der Geburt des Nachwuchses vorgenommen. Bei wem, wenn nicht bei einer Familienministerin sollte die Familie vorgehen?

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