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Drama bei Grevesmühlen : Falschfahrerin stirbt auf A20

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Nur wenige Sekunden nach einem Notruf bei der Polizei kommt es bei Grevesmühlen zur tödlichen Kollision

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der A20 bei Grevesmühlen ist eine 82 Jahre alte Autofahrerin ums Leben gekommen. Die Frau aus Nordwestmecklenburg war heute nur wenige Sekunden nach der Meldung über einen Falschfahrer bei der Notrufzentrale der Polizei mit einem entgegenkommenden Audi zusammen gestoßen. Für die Falschfahrerin kam jede Hilfe zu spät. Sie starb noch an der Unfallstelle.

„Der 52-jährige Audi-Fahrer wurde in seinem Auto eingeklemmt und konnte nur mit Hilfe der Feuerwehr befreit werden. Er wurde mit schweren Verletzungen umgehend in das Uniklinikum Lübeck gebracht“, sagte Karen Jung von der Polizeiinspektion Wismar. Die Fahrbahn glich einem Trümmerfeld.

Nach dem Unfall musste die A20 in Richtung Lübeck komplett für mehrere Stunden gesperrt werden. Es bildeten sich kilometerlange Staus. Der Verkehr wurde ab der Anschlussstelle Grevesmühlen umgeleitet.

Auf norddeutschen Straßen hatte es zuletzt mehrere sogenannte Geisterfahrten gegeben. Allein im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock ereigneten sich seit dem 1. Januar 2015 bis heute drei derartige Verkehrsunfälle in Rostock, Wismar und auf der A19. Das sagte Polizeisprecher Christian Bochow auf SVZ-Anfrage. Der Deutsche Verkehrssicherheitstrat spricht von 75 bis 80 Unfällen durch Geisterfahrer pro Jahr in Deutschland.

Nach dem Unfall könnten Diskussionen um ein Fahrverbot für Senioren erneut aufflammen. Bereits 2015 stufte der Vorsitzende des Gadebuscher Seniorenbeirates, Horst Biskupek, ein solches Verbot als sinnvoll für kranke Menschen ein, die sich und andere gefährden. „Ich kenne leider einige, die nicht mehr Auto fahren sollten, es aber dennoch tun“, sagte damals Biskupek. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Dietmar Eifler, lehnt eine Führerschein-Tauglichkeitsprüfung für Senioren strikt ab: „Ältere Autofahrer regelmäßig einem Generalverdacht auszusetzen, geht an der Realität auf unseren Straßen vorbei.“  
 

Tipps für Autofahrer: Vorsicht, Geisterfahrer!
Wer eine Meldung über einen Falschfahrer auf seiner Strecke hört, sollte sofort die Geschwindigkeit reduzieren. „Fahren Sie am besten auf dem äußerst rechten Fahrstreifen“, rät Jürgen Berlitz vom ADAC.  Wenn möglich, sollten Sie den nächsten Parkplatz ansteuern und warten, bis die Gefahr vorüber ist. Wer selbst zum Geisterfahrer wird, sollte die Warnblinkanlage und das Licht einschalten, rät Verkehrsexperte Berlitz. „Fahren Sie sofort an den nächstgelegenen Fahrbahnrand.“
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erstellt am 26.Mai.2016 | 20:55 Uhr

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