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Krankenpfleger verhaftet : Falscher Schiffsarzt auf Luxusliner

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit gefälschten Dokumenten fünf Jahre praktiziert

Ein Hochstapler an Bord eines Rostocker Luxusliners: Ein gelernter Krankenpfleger aus Berlin soll sich mindestens fünf Jahre lang als Arzt ausgegeben haben. Er arbeitete unter anderem auf einem Kreuzfahrtschiff. Der 40-Jährige wurde am Freitag nach einem Rückflug aus Miami am Flughafen Tegel festgenommen, wie ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft am Wochenende sagte. Der mutmaßliche Hochstapler habe seit vergangenem Jahr auf einem Kreuzfahrtschiff als Arzt gearbeitet und dort eine Vielzahl von Passagieren sowie Bordmitglieder behandelt. Seit vergangenem Mittwoch hatte ein Haftbefehl gegen den Mann vorgelegen.

Als Schiffsarzt soll der mutmaßliche Betrüger monatlich 7500 Euro Gehalt von einer Rostocker Reederei bezogen haben. Die Dokumente, die ihn als Arzt auswiesen, soll der Krankenpfleger gefälscht haben. Er verfüge weder über eine Zulassung noch über entsprechende Qualifikationen, so die Polizei.

Wo der 40-Jährige vor seiner Zeit bei dem Kreuzfahrtunternehmen arbeitete, war laut Staatsanwaltschaft unklar. Einen Bericht, wonach der Mann an Operationen und Organtransplantationen beteiligt gewesen sein soll, bestätigte der Sprecher gestern nicht. Ob der Tatverdächtige schwerwiegende Behandlungsfehler begangen habe, sei unklar.

Die Reederei suspendierte den vermeintlichen Arzt, nachdem Staatsanwaltschaft und Ärztekammer das Unternehmen über den Fall informiert hatten. „Wir wurden von dem Mann umfassend getäuscht“, teilte ein Sprecher mit. Man unterstütze die Berliner Behörden bei ihren Ermittlungen.

Immer wieder sind in Deutschland falsche Ärzte enttarnt worden. So legte sich ein Mann mit gefälschten Dokumenten und Urkunden einen medizinischen Werdegang zu, gab sich im Internet als plastischer Chirurg aus und nahm Dutzende Schönheitsoperationen vor – gegen Barzahlung. Der Mann wurde im Juli in Regensburg wegen gefährlicher Körperverletzung und Betrugs zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. In Nordrhein-Westfalen hatte ein falscher Zahnarzt hunderte Patienten behandelt. Mit gefälschten Zeugnissen war der 33-Jährige in Praxen in Tönisvorst und Mönchengladbach untergekommen. Selbst seine Frau, eine Zahnarzthelferin, wusste nichts von dem Schwindel. Der Mann wurde 2014 zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Am Niederrhein gab sich zudem ein verurteilter Drogenschmuggler als Doktor der Psychologie aus und arbeitete fast zwei Jahre lang er als therapeutischer Leiter einer Drogenklinik. Der Mann wurde 2010 wegen Betrugs, Urkundenfälschung und Titelmissbrauchs zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

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