Kriminalität : Falsche Polizisten, Postboten, Banker

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Trickbetrügereien haben in Mecklenburg-Vorpommern Hochkonjunktur

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20. November 2014, 07:45 Uhr

Sie geben sich als Schornsteinfeger, Polizisten, Banker oder Postboten aus – in Mecklenburg-Vorpommern blüht in diesen Tagen und Wochen die Trickbetrügerei. Opfer werden um mehrere hundert Euro betrogen.

In Schwerin treiben derzeit falsche Postboten ihr Unwesen. „In mindestens drei Fällen haben die Gauner zwischen dem 23. Oktober und 5. November Pakete bei kleineren Unternehmen abgegeben, die die Empfänger angeblich per Nachname bestellt haben sollen“, berichtete Jenny Schwabe von der Schweriner Polizei. Ahnungslose Mitarbeiter nahmen die Pakete an und legten in allen Fällen die geforderten 61,48 Euro für den Chef aus. Später stellte sich heraus, dass die Pakete nie bestellt wurden. „Inhalt waren diverse kostenlose Flyer und Broschüren“, sagte die Polizeisprecherin. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter weiter mit dem Trick unterwegs sind.

Im Raum zwischen Crivitz und Goldberg haben am Dienstag in Wessin, Lutheran und Venzkow drei Männer an Haustüren geklingelt und sich als Schornsteinfeger ausgegeben. Unter dem Vorwand, sie sollen die Heizwerte kontrollieren, wollten sich die Männer Zugang zu den Wohnungen verschaffen. Bereits am vergangenen Freitag waren sie mit dem Trick in Nordwestmecklenburg in Kasendorf und Hindenberg erfolgreich. „Für fünf Minuten Aufwand forderten sie 50 Euro ein“, teilte Hauptkommissar Jürgen Durst mit. Bei einer 93-jährigen Rentnerin stahlen sie außerdem 200 Euro. „Vorsicht, im Regelfall stimmen Schornsteinfeger, wie auch andere Handwerker, ihre Termine im Vorwege ab“, warnte Klaus Wiechmann von der Polizei in Ludwigslust. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim funktionierte die Betrugsmasche am Dienstag nicht.

Bei einer Rentnerin in Rechlin (Mecklenburgische Seenplatte) rief am Mittwoch vergangener Woche ein Mann an, der sich als Mitarbeiter einer Hamburger Sparkasse ausgab. Er teilte mit, die 74-Jährige habe Schulden in Höhe von 3000 Euro, weil sie ein Spieleabo nicht gekündigt habe. Um die angedrohte Teilpfändung ihrer Rente abzuwenden überwies die Frau 500 Euro.

Ebenfalls in der vergangenen Woche forderte ein angeblicher Kriminalpolizist per Telefon von einer Frau in Zinnowitz auf Usedom 10000 Euro, da sie straffällig geworden sei. Die Angerufene legte auf und meldete den Betrugsversuch gleich danach bei der echten Polizei.

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