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Drogenprozess : Falsche Freunde und „falsche“ Verwandte

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Drei angeklagte junge Männer wollen in Wismar in Drogen- und Waffengeschäfte hineingezogen worden sein.

Durch falsche Freunde und „falsche“ Verwandte wollen drei junge Männer in Wismar in Drogen- und Waffengeschäfte verwickelt worden sein. Einer sagte dazu gestern vor dem Landgericht Schwerin umfassend aus und kam deshalb nach fünf Monaten vorläufig aus der U-Haft frei. Die anderen beiden beteuern, sie hätten in Wismar nur Ferien machen wollen. Mit den illegalen Geschäften hätten sie nichts zu tun.

Als die Polizei im August 2014 die Wohnung eines 21-jährigen Gerüstbauers in Wismar durchsuchte, fand sie drei Kilo der künstlichen Droge „Speed“ und 70 Gramm Kokain mit einem „Marktwert“ im sechsstelligen Euro-Bereich. Außerdem fielen den Beamten ein Maschinengewehr, eine Pistole und Munition in die Hände. Der Wohnungsbesitzer und seine beiden Gäste aus Albanien, damals 20 und 24 Jahre alt, wurden verhaftet.

Am Anfang des Prozesses stand ein „Deal“. Die Richter stellten in Aussicht, im Falle eines Geständnisses die Taten als minder schwer einzustufen. Strafe: unter fünf Jahren. Ohne Geständnis drohen bis zu fünfzehn Jahre Haft.

Nur der Wismarer ließ sich darauf ein. Er gab zu, von den Drogen und den Waffen gewusst zu haben. Die habe ein Schulfreund bei ihm deponiert – genau zu der Zeit, als dieser ihm auch zwei Albaner als Gäste aufdrängte. Eines Tages habe er das Gemüsefach seines Kühlschranks voll mit Drogen vorgefunden. Kurz darauf fand sich im Zimmer der Albaner ein Koffer mit Utensilien für den Drogenhandel. Zumindest zweimal hätten die Albaner beim Abpacken des Speeds geholfen. Dann tauchte der Schulfreund mit anderen Freunden auf und prahlte mit einem Maschinengewehr. Zwar will der Gerüstbauer seinen Freund aufgefordert haben, alles wegzuschaffen. Doch der drohte ihm Schläge an. Warum beide trotzdem in eine Diskothek zum Feiern fuhren, konnte die Staatsanwältin nicht nachvollziehen.

Einer der Albaner will erst im Juni 2014 nach Deutschland gekommen sein, um einen Onkel und einen Freund in Hamburg zu besuchen. Nach Wismar sei man gefahren, um Urlaub zu machen. Zu der günstigen Unterkunft dort seien er und der zweite Albaner gekommen, weil sein Hamburger Freund den Freund des Gerüstbauers kannte. Als er von den Drogen und den Waffen und der Verstrickung seines Hamburger Freundes erfuhr, wollte er eigentlich abreisen. Aber kurz darauf stand schon die Polizei vor der Tür… Ein Urteil wird frühestens Ende Februar fallen.

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