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Gesundheitswesen : Falsche Behandlung kein Einzelfall

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

275 Verdachtsmomente von AOK im Nordosten geprüft / Risiken für Patienten noch viel zu hoch

svz.de von
erstellt am 06.Mai.2014 | 21:15 Uhr

Behandlungsfehler im Gesundheitswesen sind nach Angaben der AOK Nordost auch in Mecklenburg-Vorpommern keine Einzelfälle. Allein im vergangenen Jahr habe die Krankenkasse in 275 Versicherungsfällen im Nordosten Verdachtsmomente geprüft, teilte eine Sprecherin gestern mit. In mehr als 80 Prozent der Fälle seien medizinische Bewertungen in Auftrag gegeben worden, in jedem dritten Verdachtsfall habe sich ein Behandlungsfehler bestätigt.

Seit Februar 2013 ist der AOK zufolge das neue Patientenrechtegesetz in Kraft. Es verpflichte die Krankenkassen, Versicherte bei möglichen Behandlungsfehlern zu beraten und bei der Durchsetzung von Ansprüchen zu unterstützen.

Deutschlandweit haben mehr als 26 000 Patienten im vergangenen Jahr wegen des Verdachts auf Behandlungsfehler Hilfe bei Gutachtern gesucht. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr – die Patienten werden offensichtlich kritischer. In rund jedem vierten Fall wurde ein Fehler bestätigt.

Trotz verstärkter Bemühungen vieler Krankenhäuser zur Vermeidung von Fehlern sind die Risiken für die Patienten in Deutschland aus Sicht der Krankenkassen nach wie vor viel zu hoch. „Viele Behandlungsfehler wären vermeidbar“, sagte der leitende Arzt des Medizinischen Dienstes des Kassen-Spitzenverbands (MDS), Stefan Gronemeyer. „Derzeit ist festzustellen, dass Maßnahmen zur Vermeidung von Behandlungsfehlern nicht ausreichend umgesetzt sind.“

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, gab zu bedenken: „Angesichts von fast 700 Millionen Behandlungsfällen im ambulanten Bereich und mehr als 18 Millionen Fällen in den Kliniken jährlich bewegt sich die Zahl der festgestellten ärztlichen Behandlungsfehler im Promillebereich.“ Seite 16

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