Polizei warnt vor Betrugsversuchen : Falsche Anwältin betrügt Seniorin

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Eine Dame ist um 8600 Euro ärmer. Wie die Polizeiinspektion Wismar mitteilte, erhielt die Dame im Mai einen Anruf von einer Frau, die sich als Berliner Staatsanwältin ausgab und einen Gewinn von 86 000 Euro versprach.

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08. Juni 2012, 09:58 Uhr

Wismar | Vorsicht Betrüger! Eine 47-jährige Dame aus dem Nordwestkreis war wohl zu gutgläubig und ist heute um 8600 Euro ärmer. Wie die Polizeiinspektion Wismar gestern mitteilte, erhielt die Dame im Mai einen Anruf von einer Frau, die sich als Berliner Staatsanwältin ausgab und die einen Gewinn in Höhe von 86 000 Euro versprach. Bevor die Rentnerin allerdings in den Genuss ihres Gewinns gelangen könne, müsse sie zehn Prozent, sprich 8600 Euro auf ein türkisches Konto überweisen, so die vermeintliche Staatsanwältin gegenüber der Seniorin. "Trotz der Warnung einer Bankangestellten überwies die Frau das Geld. Seitdem hat sie von dem ,Gewinn nichts mehr gehört", so Polizeisprecher Axel Köppen.

Fälle dieser Art sind keine Seltenheim im Nordwestkreis. Wie Polizeisprecher Köppen weiter mitteilt, kam es innerhalb der vergangenen vier Wochen im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Wismar zu einer zweistelligen Anzahl von Betrugsversuchen im Zusammenhang mit Gewinnversprechen. Obwohl in der Vergangenheit immer wieder vor diesen Gaunereien gewarnt wurde, gelangten die Täter in zwei Fällen leider an ihr Ziel: Geld. Dabei ist die Vorgehensweise der Täter grundsätzlich gleich.

In einem anderen Fall wurde zum Beispiels ein wertintensives Auto in Aussicht gestellt oder wie im April in Wismar passiert, eine monatliche Rente in Höhe von 1000 Euro. Dabei wurde einem 72-Jährigen eine "Rentenzahlung" für einen Zeitraum von 30 Jahren zuerst schriftlich in Aussicht gestellt. Als der Mann auf den Brief nicht reagierte, erhielt er laut Polizei von einem Täter einen Anruf. Dabei kündigte der Mann eine persönliche erste Geldübergabe zu einem bestimmten Termin an. Zuvor, wurde der "Gewinner" allerdings aufgefordert Ukash-Karten (elektronisches Zahlungsmittel für vorwiegend digitale Güter) zu kaufen und dem Anrufer die dazugehörigen Geheimnummern mitzuteilen. Die Polizei macht an dieser Stelle nochmals deutlich: "Wer im Besitz des PIN´s - Geheimnummer - ist, kann über das Geld der Ukash-Karten verfügen." Somit war der Geschädigte sein Geld schon einmal los. Darüber hinaus wurde er noch einmal aufgefordert 1200 Euro auf ein Konto in der Türkei zu überweisen, so dass ein Gesamtschaden in Höhe von 2400 Euro entstand.

Zielgruppe der Anrufer sind in der Regel ältere Menschen. Es wird Seriosität vorgespielt, indem sie sich als Rechtsanwälte, Notare und wie oben beschrieben z. B. als Staatsanwalt ausgeben. Sie sind in der Gesprächsführung offenbar gut geschult und wirken sehr überzeugend. Die Täter nutzen dabei internetbasierte Telefonnummern die beim Angerufenen fälschlicherweise den Eindruck erzeugen, er werde aus dem Inland angerufen, so Köppen. Die Polizei rät: Angekündigte Gewinne kritisch zu betrachten. Niemals Personalien, Wohnort, Kontodaten oder dergleichen herausgeben. Vorallem: "Zahlen Sie niemals Geld, um einen Gewinn abzufordern."


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