zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

23. August 2017 | 10:15 Uhr

Betrug : Falsch-Mail von der Polizei?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gefälschte BKA-Mail droht Verfahren an

Erika Zänker (63) droht ein Ermittlungsverfahren. Zumindest dachte sie das. Beim Blick in ihr E-Mail-Postfach traf sie fast der Schlag. Eine E-Mail vom Bundeskriminalamt (BKA) teilte ihr mit, dass ein Ermittlungsverfahren wegen Warenbetruges im Internet gegen sie eingeleitet wurde. „Ich bin mir keiner Schuld bewusst“, sagt die 63-Jährige.

Von dem offiziell wirkenden Logo des BKA ließ sich die Frau leicht einschüchtern. Doch als sie auf die im Text eingebetteten Links klicken wollte, wurde sie stutzig. „Da stimmt doch etwas nicht“, dachte sie sich. Erst vor Kurzem hatte Zänker in unserer Zeitung gelesen, dass Internetbetrüger mit gefälschten Mails ihr Unwesen treiben. Das BKA warnt auf seiner eigenen Internetseite selbst davor, auf solche irreführenden Mails zu reagieren.

Beim wiederholten Durchlesen des E-Mail-Textes fiel Zänker dann auf, dass ihr Name falsch geschrieben und der Text inhaltlich widersprüchlich war. Zudem wurde sie vom BKA mit „Hallo“ angesprochen. „Das ist doch für eine Bundesbehörde sehr ungewöhnlich“, bemerkt sie. Zänker wurde klar, dass es sich nur um eine Fälschung handeln könne.

Es ist nicht das erste Mal, dass Erika Zänker Opfer eines Hacker-Angriffs wurde. Schon Ende April wurde ihr Postfach bei GMX geknackt. „Ich bekam daraufhin eine Mail von GMX, indem sie mich dazu aufforderten, mein Passwort zu ändern. Das habe ich auch gemacht und seitdem hatte ich keinen Ärger – bis jetzt“, sagt sie. Durch die wiederholten Übergriffe auf ihr E-Mail-Postfach ist die 63-Jährige verunsichert: „Und es nervt einfach.“

Für die Verbraucherzentrale sind gefälschte E-Mails mittlerweile nichts Neues. In regelmäßigen Abständen starten Hacker ihre Angriffe auf E-Mail-Postfächer. Stephan Tietz, Berater der Verbraucherzentrale, appelliert dann an den gesunden Menschenverstand: „Es sollte jedem einleuchten, dass Behörden keine E-Mails verschicken. Sie wenden sich per Post oder Telefon an den Empfänger, es sei denn, es wurde ausdrücklich vereinbart.“ An Hoheitszeichen und Logos sollten sich die Nutzer nicht orientieren. „Die lassen sich leicht von der offiziellen Seite herunterladen und für illegale Zwecke weiterverwenden“, sagt Tietz. Zu erkennen seien die gefälschten Mails oftmals an inhaltlichen und grammatikalischen Fehlern. „Es gibt aber auch sehr gut geschriebene Texte“, erklärt er. Tietz rät den Betroffenen und noch verschont Gebliebenen, eine aktuelle Antiviren-Software zu installieren. „Diese können das Entpacken von Viren verhindern und Trojaner identifizieren“, so der Berater. Ist davon auszugehen, dass der Computer bereits mit einem Virus infiziert ist, empfiehlt er, den Rechner neu zu formatieren oder ihn direkt zu einem Fachmann zu bringen. Im Idealfall hat der Betroffene ein Daten-Abbild des Computers erstellt. „Dann sind die Daten gesichert, aber das wird in der Regel nicht gemacht“, so Tietz. Die Absender lassen sich nur schwer bis gar nicht zurückverfolgen. „Meist kommen die E-Mails aus dem Ausland“, sagt er.

Erika Zänker hat die gefälschte E-Mail zum Glück noch vor dem Klick auf die gefährlichen Links erkannt. Sie hofft, dass andere nicht auf die Täuschung reinfallen und sich die Inhalte von zwielichtigen Mails genau durchlesen.

zur Startseite

von
erstellt am 28.Jun.2014 | 08:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen