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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 07:06 Uhr

Faire Plätzchen in der Bischofskanzlei

vom

svz.de von
erstellt am 13.Feb.2013 | 10:31 Uhr

Hamburg/Schwerin | Die evangelische Nordkirche startet heute erstmals eine eigene Fastenaktion: Bis Ostern wollen die Teilnehmer nur regionale oder fair gehandelte Lebensmittel kaufen. Die Idee stammt von Kirchenfrauen aus Mecklenburg-Vorpommern. Auftakt ist ein Gottesdienst um 19 Uhr in der Christianskirche Hamburg-Altona mit Bischöfin Kirsten Fehrs und dem Schleswiger Bischofsbevollmächtigten Gothart Magaard. Mit ihrer Fastenaktion will die Nordkirche dazu einladen, die eigenen Kaufgewohnheiten zu überdenken und neue Wege zu gehen.

Empfohlen werden etwa Äpfel aus Deutschland statt aus Neuseeland, sowie Obst und Gemüse der Saison. Geraten wird auch, an drei Tagen in der Woche auf Fleisch und Wurst zu verzichten. "Wir wollen Ihnen Mut machen zu kleinen Schritten", heißt es in der Einladung.

Michaela Fröhlich, Pastorin im vorpommerschen Eixen bei Stralsund, wird mit ihren Konfirmanden Regionales kochen. Zwei der Väter sind Jäger, und ein ehemaliger Konfirmand ist mittlerweile Koch. Viele Jugendliche würden sich nach Beobachtungen der Pastorin heute Gedanken machen, wie sie die Schöpfung erhalten können. Sie selbst hat mittlerweile ihren Einkauf umgestellt. Der schwarze Tee stammt aus fairem Handel, und ihr Bio-Laden verkauft ohnehin nur Obst und Gemüse der Saison. Außerdem hilft der Familie der große Pfarrgarten, dessen Äpfel in dieser Saison für rund 200 Flaschen Most reichten.

Auch die Petrusgemeinde Schwerin hatte sich bereits an der Fastenaktion beteiligt. Küsterin Ursula Radtke bezieht Eier und Fleisch vom Bauernhof ihrer Schwester, Saft kommt von Fliederbeeren und Äpfeln aus dem eigenen Garten. Bei Käse und Joghurt greift sie zu Produkten aus der Müritz-Region. Konfekt bringt die Schwiegertochter persönlich aus Russland mit. Ursula Radtke gesteht: "Nur auf meine Bananen möchte ich nicht verzichten."

Prominenter Kirchenmann bei der Fastenaktion ist der Bischofsbevollmächtigte Magaard. In seiner Schleswiger Bischofskanzlei gibt es Kaffee, Tee und Schokolade nur aus fairem Handel. Die Pastoren auf seinem Sprengelkonvent werden mit regionalen Produkten verköstigt. Besondere Herausforderung ist für ihn, auch bei auswärtigen Sitzungen oder Empfängen seinen Grundsätzen treu zu bleiben. Über seine Erfahrungen in den sieben Wochen will Magaard regelmäßig im Blog auf www.7wochenmit.info berichten. Eine Ausnahme erlaubt er sich: Auf seinen geliebten Rotwein aus Württemberg will Magaard nicht verzichten.

Mit der Aktion der Nordkirche festigt Hamburg seinen Ruf als "Fasten-Metropole". Parallel läuft bundesweit die in Hamburg entwickelte Kampagne "Sieben Wochen ohne" mit dem diesjährigen Motto "Riskier was, Mensch! Sieben Wochen ohne Vorsicht". Rund zwei Millionen Menschen beteiligen sich daran.

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