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Schmitz Cargobull : Fahrzeugwerk in Toddin gerettet

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Aus der Onlineredaktion

In Vereinbarung für Schmitz Cargobull gehen Belegschaft und Unternehmensführung aufeinander zu

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2017 | 05:00 Uhr

Die Rettung des Fahrzeugbauers Schmitz Cargobull in Toddin nahe Hagenow ist perfekt: Der Aufsichtsrat des Unternehmens aus dem nordrhein-westfälischen Horstmar hat Ende November endgültig einem Eckpunkteplan zur Rettung des Standortes zugestimmt, wie IG-Metall-Gewerkschafter Hans-Georg Frericks mitteilte. Damit seien die Arbeitsplätze mindestens bis Ende Dezember 2020 sicher.

Das Werk solle künftig als Kompetenzstandort für Tiefkühl-Aufbauten und Gliederzüge ausgebaut werden und eine zentrale Rolle im Konzern spielen. Dazu strebe der Standort die Kostenführerschaft an. Darüber sei zu Wochenbeginn auf einer Belegschaftsversammlung informiert worden.

„Wir als Mannschaft sehen jetzt sehr optimistisch in die Zukunft“, erklärt Betriebsratschef Jens Kruszona. Ursprünglich wollte das Unternehmen das mecklenburgische Werk mit 120 Mitarbeitern 2018 schließen und die Produktion trotz voller Auftragsbücher und einer profitablen Fertigung nach Litauen verlegen.

Seit 1990 hatte das Land den Bau des Werkes sowie drei Erweiterungsinvestitionen bereits mit insgesamt 1,3 Millionen Euro gefördert. Nach massiven Protesten hatte der Konzern seine Entscheidung zurückgenommen und sich nach Verhandlungen mit der Belegschaft und den Gewerkschaften auf einen neuen Standortvertrag geeinigt. „Was wir erreicht haben, ist sicher einmalig“, meinte Gewerkschafter Frericks.

In dem neuen Standortvertrag gehen Belegschaft und Unternehmensführung aufeinander zu. Danach verpflichtet sich das Unternehmen u. a. zu weiteren notwendigen Investitionen. Toddin solle zu einem „hochflexiblen Standort“ zur Fertigung von Kofferfahrzeugen entwickelt werden.

Vorgesehen ist allerdings auch eine „Anpassung der Beschäftigung“ an die Auftragsentwicklung sowohl bei zusätzlichen Ordereingängen oder zurückgehenden Aufträgen. Betriebsbedingte Kündigungen dürften allerdings nur mit Zustimmung des Betriebsrates erfolgen. Der Personalabbau „während der Phase der notwendigen Strukturanpassungen“ solle „möglichst im Konsens“ erfolgen.

Nach der Eckpunktevereinbarung solle zudem die Produktivität in dem Werk erhöht, eine Vereinbarung über flexiblere Arbeitszeiten geschlossen und durch ein betriebliches Gesundheitsmanagement der Krankenstand gesenkt werden. Unterm Strich sollen die Kosten um mindestens 1,2 Millionen Euro gesenkt werden.

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