Cargobull in Toddin : Fahrzeugbauer streiken

Wehren sich gegen die bevorstehende Werksschließung: die Cargobull-Fahrzeugbauer aus Toddin.
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Wehren sich gegen die bevorstehende Werksschließung: die Cargobull-Fahrzeugbauer aus Toddin.

Proteste gegen Werksschließung von Schmitz Cargobull in Toddin

svz.de von
26. Mai 2017, 20:45 Uhr

Die Auseinandersetzung um die Zukunft des Fahrzeugwerkes Schmitz Cargobull im mecklenburgischen Toddin spitzt sich zu: Nach der von der Unternehmensführung im nordrhein-westfälischen Horstmar erfolgten Absage der Verhandlungen über einen Standort- und Beschäftigungssicherungstarifvertrag hat die Industriegewerkschaft (IG) Metall für kommenden Montag zu einem ersten Warnstreik gegen die Werksschließung aufgerufen. „Jetzt ist Druck angesagt“, sagte IG-Metall-Gewerkschaftssekretär Georg Frericks. Das Werk solle im „Schweinsgalopp und ohne wirtschaftliches Konzept oder Kostenanalyse plattgemacht werden“, hatte Frericks zuvor kritisiert.

Der Vorstand des Herstellers von Lkw-Aufliegern hatte im Mai überraschend die Schließung des Werkes zum 1. September 2018 angekündigt. Gewerkschaft und Betriebsrat vermuten, dass die Produktion nach Litauen und ins thüringische Gotha verlagert werden soll. Davon wären in Toddin 160 Beschäftigte betroffen, die bislang Kühlaufsätze für Lkw montiert hatten. Der Fahrzeugbauer hatte zuvor mindestens 7,4 Millionen Euro in den Standort investiert und konnte dabei auf Hilfe des Steuerzahlers zurückgreifen. Der Fahrzeugbauer erhielt Zuschüsse in Höhe von 1,3 Millionen Euro, teilte das Wirtschaftsministerium mit.

Kleiner Hoffnungsschimmer für die von Arbeitslosigkeit bedrohte Belegschaft in Toddin: Beim Wettbewerber Brüggen Fahrzeugbau im nur 15 Kilometer entfernten Lübtheen werden offenbar dringend Fachleute gesucht. Auf dem Stellenportal des Unternehmens werden derzeit in Lübtheen mehr als 20 offene Stellen angeboten – vom Mechatroniker, Anlagenbediener oder -vorbereiter bis zum Lackierer, Prozessingenieur und Logistik-Mitarbeiter. 

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