Ticket : Fahrtkosten-Zuschuss für Azubis soll steigen

Azubis kommen zumindest vorerst nicht kostenfrei zur Arbeit.
Azubis kommen zumindest vorerst nicht kostenfrei zur Arbeit.

Bei den Fahrtkosten-Zuschüssen für Lehrlinge mit langen Wegen soll erneut nachgebessert werden

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29. Mai 2018, 05:00 Uhr

Bei den Fahrtkosten-Zuschüssen für Lehrlinge mit langen Wegen zur Berufsschule und niedrigen Ausbildungsvergütungen soll erneut nachgebessert werden. Die Regierungsfraktionen CDU und SPD wollen die Förderung vereinfachen und die Obergrenze des Lehrlingsentgeltes anheben, bis zu der die Zuschüsse gewährt werden.

Dem Landtag wird am Donnerstag ein Antrag vorliegen, mit dem die Landesregierung aufgefordert wird, sich Gedanken zu machen. „Die Regelung ist noch zu kompliziert“, sagte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Vincent Kokert, gestern in Schwerin. Sie funktioniere nicht zufriedenstellend.

Im Schuljahr 2016/17 wurden 535 Anträge positiv beschieden und rund 191 000 Euro ausgezahlt, wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken hervorgeht. In diesem und dem nächsten Jahr stünden jeweils 340 000 Euro zur Verfügung, sagte Kokert. Auch 2017 standen nach Angaben eines CDU-Fraktionssprechers 340 000 Euro zur Verfügung. Das Programm sei nicht ausgeschöpft worden.

Aus der Opposition kam Kritik an den Nachbesserungsplänen. Linke und Bürger für Mecklenburg-Vorpommern (BMV) forderten freie Fahrt für alle Auszubildenden zur Berufsschule. Schließlich bestehe Berufsschulpflicht, hieß es. Bisher können Azubis nur dann Zuschüsse für den Weg zur Berufsschule oder zu den Übernachtungskosten im Internat bekommen, wenn sie sehr lange unterwegs sind und höchstens 500 Euro Lehrlingsentgelt im Monat bekommen.

Die Linke verwies auf eine Gerichtsentscheidung in Baden-Württemberg, wonach Berufsschüler Anspruch auf Erstattung ihrer Mehrkosten für die Fahrt und die Unterkunft bei auswärtiger Ausbildung haben.

Iris Leithold

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