Hitzschlag am Lkw-Steuer : Fahrer lenkt 40-Tonner in Gartenanlage

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Völlig dehydriert und mit einer Körpertemperatur von 41 Grad bricht ein 65-jähriger Lastwagenfahrer am Lenker seines Sattelzuges zusammen und rammt das Tor einer Kleingartenanlage in Rostock.

svz.de von
05. Juli 2015, 09:01 Uhr

Die enorme Hitze am Samstag war offenbar Auslöser für einen spektakulären Lkw-Unfall am Abend im Rostocker Stadtteil Lütten Klein.

Gegen 20 Uhr lenkte der 65-jährige Fahrer eines 40-Tonners sein Gefährt in eine Kleingartenanlage. Er erlitt nach Polizeiangaben kurz zuvor einen Hitzeschlag und war nicht mehr ansprechbar. Mit 41 Grad Körpertemperatur kam er sofort in ein Krankenhaus.

Kurz vor dem ungewöhnlichen Unfall geisterte der 65-Jährige laut Polizeiangaben vollkommen verwirrt durch Rostock. Bereits im Überseehafen fiel der Mann an einer Tankstelle auf, als er anstatt mit Geld mit einem Feuerzeug bezahlen wollte. "Er machte dort schon einen verwirrten und dehydrierten Eindruck", sagte ein Polizist.

Nachdem der 65-Jährige seine Irrfahrt vom Seehafen über den Warnowtunnel fortgesetzt hatte, strandete er in der Ostseeallee in Lütten Klein. Dort bog er mit seinem 40-Tonner in die Usedomer Straße ab und fuhr bereits sichtlich benommen geradeaus auf das Eingangstor zur "Kleingartenanlage Usedom" zu. Er rammte das Tor, riss es zum Teil aus der Verankerung.

Durch das durchgedrückte Gaspedal gruben sich die Räder des Lkw immer mehr im Sand ein. Laubenpieper griffen sofort ein, stiegen ins Führerhaus, zogen den Schlüssel und alarmierten Rettungskräfte. Als die eintrafen, war der 65-Jährige nicht mehr ansprechbar. Er erlitt nach ersten Angaben einen Hitzeschlag, war dehydriert und hatte vor Ort eine Körpertemperatur von 41 Grad. Er kam sofort in ein Krankenhaus.

"Als ich die Fahrerkabine öffnete, kam mir eine unfassbare Hitze entgegen", schilderte ein Augenzeuge. Die Klimaanlage im Fahrzeug soll defekt gewesen sein.

Auf seiner Irrfahrt kamen wie durch ein Wunder keine Menschen zu Schaden, auch Autos wurden nicht beschädigt. Die Autobahnpolizei sicherte vor Ort die Daten des digitalen Fahrtenschreibers.

Ein Abschleppunternehmen manövrierte den vollständig mit Paletten beladenen Lastwagen aus seiner misslichen Lage.

Der Einsatz ging gegen 22.30 Uhr zu Ende.

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