zur Navigation springen

Erfolgreiche Zusammenarbeit von Polizei und Zoll : Fahndungsdruck auf Autodiebe

vom

Immer mehr Autodiebe versuchen zu flüchten, wenn sie in eine Polizeikontrolle geraten. Doch durch eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Polizei und Zoll können vermehrt Fahndungserfolge verzeichnet werden.

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2012 | 06:15 Uhr

Schwerin | Immer mehr Autodiebe versuchen zu flüchten, wenn sie in eine Polizeikontrolle geraten. Einmal gestellt, verhalten sie sich zudem gegenüber den Beamten aggressiver als früher. Zu dieser Einschätzung kommt Axel Falkenberg, Sprecher der Polizeiinspektion Anklam, nach der jüngsten Häufung von Verfolgungsjagden in der Grenzregion zu Polen. Mehr Fahrzeugdiebstähle jedoch könne er nicht bestätigen. Vermehrte Fahndungserfolge seien eher der Gemeinsamen Diensteinheit von Landespolizei, Bundespolizei und Zoll zu verdanken. "Den Fahndungsdruck bekommen die Diebe jetzt auch bei uns zu spüren. Wir kriegen deutlich mehr als die Spitze des Eisberges."

Auch Andreas Lins, Sprecher der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg, hält die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Behörden für durchaus erfolgreich. "Fest steht, dass Landes- und Bundespolizei inzwischen ein geschultes Auge für gestohlene Fahrzeuge haben."

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) lehnte es unterdessen ab, wieder feste Kontrollstellen an den Grenzen einzurichten. Nach deren Wegfall sei "keine signifikante Verschärfung der Kriminalitätslage festzustellen" gewesen - auch wenn es von regionale Unterschiede gebe. Deshalb habe das Polizeipräsidium Neubrandenburg bereits Anfang des Jahres den Fahndungsdruck auf Autodiebe erhöht - offenbar mit Erfolg.

Über feste Grenzkontrollen zu diskutieren, hält Caffier für falsch. Die Grenzen hätten durch den Wegfall ihre Bedeutung als Trennlinien zwischen den Mitgliedstaaten der EU verloren, was viele wirtschaftliche, politische und kulturelle Vorteile habe. Die grenzüberschreitende Kriminalität müsse durch die intensive Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden auf beiden Seiten der Grenze begegnet werden. Erst am Donnerstag wurde auf der A 11 wieder ein 25-Jähriger festgenommen, der einen in Berlin gestohlenen älteren VW-Golf fuhr. Obwohl zwei Funkstreifenwagen ihn bedrängten, versuchte der Fahrer noch zu flüchten. Meist sind es allerdings Polen oder Litauer, die versuchen, hochwertige Luxuswagen über die Grenze zu bringen.

Am Dienstag gab en 34-Jähriger Gas, als er in einem in Halle gestohlenem Wagen gestoppt werden sollte. Kurz vor der polnischen Grenze bei Penkun stellte er den Wagen ab und flüchtete in ein Feld, wo er festgenommen wurde. Spektakulär endete zuvor die Verfolgung eines Diebs aus Frankfurt am Main, bei der auch ein Polizeihubschrauber aus Brandenburg eingesetzt wurde. Der Luxuswagen und der verfolgende Streifenwagen überschlugen sich. Vor zwei Wochen wiederum hatten zwei Autodiebe in der Nähe von Ueckermünde zwei Polizisten angegriffen und verletzt, die sie kontrollieren wollten. Sie stahlen eine Dienstwaffe und einen Streifenwagen und flohen. Ein Großaufgebot der Polizei konnte die 57 und 40 Jahre alten Verdächtigen später festnehmen. Die Waffe wurde bislang nicht gefunden. Fast zur selben Zeit versuchten am Grenzübergang Hintersee, wo eine Kontrollstelle eingerichtet worden war, drei Autos durchzubrechen. Einem gelang es. Der Wagen wurde später verlassen in Polen gefunden. Vom Fahrer fehlte jede Spur.

In den anderen beiden Autos saßen fünf Polen. Sie wurden frei gelassen, weil die Polizei ihnen keinen Diebstahl nachweisen konnte. Die Polizei vermutet hinter vielen dieser Fälle organisierte Kriminelle, die ihre Verfolger sehr genau im Blick zu behalten versuchen. So werden auch einmal gestohlene Fahrzeuge in Grenznähe geparkt, bis sich - aus Sicht der Diebe - die Lage beruhigt hat.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen