Umweltproblem : Fäkalien-Fiasko vor Mallorca

Vor Mallorca gibt es ein Abwasserproblem.
Vor Mallorca gibt es ein Abwasserproblem.

Kläranlage der Hauptstadt Palma hat zu wenig Kapazität und ist zu alt

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21. September 2018, 05:00 Uhr

Madrid | Saubere Strände, transparentes Wasser – so wird die Ferieninsel Mallorca in den Reiseprospekten vermarktet. Doch der Schein trügt zuweilen, wenigstens an manchen Stränden der Inselhauptstadt Palma.

Weil die städtische Kläranlage veraltet und überlastet ist, fließt immer wieder mit Fäkalien und Toilettenpapier verunreinigtes Wasser ins Meer. Vor allem nach Regenfällen läuft die Kläranlage buchstäblich über. Das ist nicht nur eine unappetitliche Angelegenheit, sondern auch ein handfester Skandal, für den sich die politischen Parteien in Palma derzeit gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben.

Erst vor wenigen Tagen mussten wieder mehrere Stadtstrände gesperrt werden, weil das Badewasser durch die Abwassereinleitungen zu stark verseucht war. Rote Flaggen signalisierten Besuchern an den Stränden C'an Pere Antoni und Ciutat Jardí, dass Gefahr drohte. Wobei den Touristen nicht mitgeteilt wurde, warum sie nicht ins Wasser gehen durften. Wer mehr wissen wollte, musste sich also selbst kundig machen – etwa in der Inselpresse.
Auch vielen Anwohnern der Palma-Stadtviertel Coll d'en Rabassa und Molinar, vor deren Haustür die Abwässer ins Meer gelangen, stinkt es buchstäblich. Sie hängten an ihrer Strandpromenade Protestplakate auf: „SOS – keine Einleitungen mehr. Wir wollen sauberes Wasser.“ Eine Bürgerplattform warf Palmas Stadtverwaltung vor, „die Gesundheit der Menschen zu gefährden“. Das Problem der alten Kläranlage mit dem Namen EDAR II, die zwischen Palmas City und dem Flughafen liegt, sei seit Jahren bekannt – doch nichts sei geschehen.

Palmas Fäkalien-Fiasko hat auch damit zu tun, dass die Kläranlage schon mehr als 40 Jahre alt ist. Sie wurde also zu Zeiten gebaut, als sehr viel weniger Touristen kamen. Zudem kommt in Palmas Kläranlage auch das Regenwasser aus der Straßenkanalisation an. Was dazu führt, dass nach jedem größeren Regenfall die Klärbecken überlaufen und die Schleusen Richtung Meer aufgemacht werden müssen.

Die Empörung darüber ist so gewachsen, dass Palmas Bürgermeister Antoni Noguera von der linken Insel-Ökopartei MÉS dieser Tage in einem offenen Brief an Bewohner und Touristen Stellung bezog: „Wir sind uns des Ärgernisses bewusst.“ Nun werde man mit dem Bau eines neuen Rückhaltebeckens die Kapazität der alten Kläranlage vergrößern – dies könne aber zwei Jahre dauern. Zudem sei eine neue Kläranlage geplant, die aber erst in fünf Jahren fertig sei.

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