Ausschreitungen in Frankfurt : EZB-Eröffnung: Polizisten aus MV im Einsatz

Vor dem Neubau der Europäischen Zentralbank geraten Demonstranten und Polizisten aneinander.
Vor dem Neubau der Europäischen Zentralbank geraten Demonstranten und Polizisten aneinander.

Militante Antikapitalisten aus ganz Europa kommen in Frankfurt/Main zu einem gewalttätigen Aufstand zusammen.

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18. März 2015, 21:25 Uhr

Bei gewalttätigen Protesten vor  der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt  sind gestern  90 Polizisten und zahlreiche Demonstranten verletzt worden. Auch aus Mecklenburg-Vorpommern waren beide Hundertschaften Bereitschaftspolizei auf Anforderung Hessens im Einsatz, bestätigte das Schweriner Innenministerium. Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei wurde von ihnen niemand verletzt. 

Alle haben Ausschreitungen erwartet, aber nicht einen solchen Ausbruch der Gewalt. Früh am Morgen laufen mehrere tausend Teilnehmer der Blockupy-Proteste in Richtung der Europäischen Zentralbank im Frankfurter Osten. Sie werfen die Reklamescheibe einer Haltestelle ein, zünden Böller. Das ist nur das Vorspiel eines Ausbruchs der Gewalt, wie ihn die Bankenmetropole schon lange nicht mehr erlebt hat.

Als die Menge auf einem Platz in der Nähe der EZB ankommt, setzen schwarz vermummte Demonstranten ein Polizeiauto in Brand. Eine andere Gruppe zerlegt einen Bauzaun und wirft die Gitter auf die Straße. Von den mehreren tausend Polizisten ist nichts zu sehen auf diesem Platz. Ihre Kräfte riegeln zur gleichen Zeit das zur Sicherheitszone erklärte Gebiet direkt am EZB-Hochhaus ab. An den Absperrungen drängen sich Tausende Aktivisten, einige sind auf Bäume geklettert.

Aus einem Radio auf einem Bollerwagen dröhnt Techno-Musik. EZB-Gegner tanzen dazu. Und eine Gruppe von Franzosen bemalt Regenschirme. Dann setzt sich die Menge wie auf ein geheimes Kommando in Bewegung. Alle rennen los. Die zunächst fast heitere Stimmung kippt.  Die Polizei schießt Granaten mit Pfefferspray ab.

Der Sturm auf die Absperrungen vor der EZB, vier Stunden vor Beginn der Eröffnungsfeier für den 1,3 Milliarde Euro teuren Neubau, wird abgewehrt. Sanitäter aus den Reihen der Demonstranten kümmern sich um Verletzte.  Die Demonstranten ziehen sich zurück. Sie sammeln sich in ihren Bezugsgruppen, deren Namen gerufen werden: Schokoriegel! Opossum! Pinocchio! Eine Gruppe kommt bei einem Reifenhändler vorbei, stürmt in das Lager und schichtet Reifen auf der Straße zu einer Barrikade auf. Sekunden später steht sie in Flammen. Kaum eine Kreuzung im Ostend, auf der es nicht brennt. Der markante Klotz der EZB wird von dunklen Rauchschwaden verhüllt. Die Feuerwehr kommt mit dem Löschen kaum nach.

Nach dem ersten Ansturm beginnt ein stundenlanges Katz- und Mausspiel zwischen EZB-Gegnern und der Polizei. Die Demonstranten agieren schnell, zerstreuen sich und formieren sich wieder neu.

Die Finanzmärkte agieren nicht auf der Straße. Ihre Transaktionen finden in den Rechenzentren der Bankenmetropole statt, unsichtbar und ungerührt werden sie auch am Blockupy-Tag in Frankfurt abgewickelt

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