110 Millionen für Sanierung : Extra Geld für marode Schulen

Beim Memoryspiel erhält Manuela Schwesig Einblicke in den Alltag an der Grundschule am Mueßer Berg in Schwerin.
Beim Memoryspiel erhält Manuela Schwesig Einblicke in den Alltag an der Grundschule am Mueßer Berg in Schwerin.

Landesregierung stellt 110 Millionen Euro für die Sanierung von Gebäuden bereit. Inklusion ist Schwerpunkt des Programms

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05. Oktober 2017, 21:00 Uhr

Die Räume sind hell und freundlich, die Möbel neu. Eigentlich ist Schulleiterin Andrea Antemann mit der Ausstattung ihrer Grundschule am Mueßer Berg in Schwerin weitestgehend zufrieden. Kein Wunder, wurde diese doch erst 2011 umfassend saniert und zu einer barrierefreien Ganztagsschule mit Hort umgebaut. Doch nun wird es eng in den Räumen. „Wir würden gerne weitere Klassen öffnen“, sagt Antemann. „Die Schüler sind da, aber der Platz nicht.“ Die Leiterin plädiert daher dafür, den Hort auszugliedern und die freiwerdenden Räume in weitere Klassenzimmer umzubauen. Das kostet Geld. Geld, welches nun aus dem gestern von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Bildungsministerin Birgit Hesse (beide SPD) vorgestellten Sonderprogramm für den Schulbau in MV kommen könnte.

Insgesamt 110 Millionen Euro will die Landesregierung für die Sanierung von Schulen zusätzlich zur Verfügung stellen. 100 Millionen sind für öffentliche Schulen vorgesehen. Diese setzen sich aus Bundesmitteln (75 Millionen Euro) und aus Landesmitteln aus dem Strategiefonds (25 Millionen Euro) zusammen. Den freien Schulen im Land sollen außerdem zehn Millionen Euro zukommen.

„Wir wollen, dass unsere Kinder beste Bedingungen vorfinden. Dazu gehören auch moderne Schulgebäude“, sagte Schwesig gestern auf einem Rundgang in der Grundschule am Mueßer Berg. Die Ministerpräsidentin geht davon aus, dass während der laufenden Wahlperiode weitere 165 Millionen Euro über bestehende Förderprogramme in moderne Schulgebäude investiert werden. „Mit 275 Millionen Euro können wir in den Schulen viel bewegen.“

Bildungsministerin Birgit Hesse begrüßt die finanzielle Zuwendung. Neben der Modernisierung von sanierungsbedürftigen Häusern soll ein weiterer Schwerpunkt der Förderung das Thema Inklusion sein. „Damit sich Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Beeinträchtigungen zurechtfinden, ist mehr notwendig, als nur ein rollstuhlgerechtes Gebäude zu schaffen“, so Hesse. Eine barrierefreie Gestaltung umfasse zum Beispiel auch Orientierungshilfen in Foyers und Fluren, Stufenmarkierungen an Treppen oder auch ein besonderes Brandschutzsystem. Von den baulichen Maßnahmen würden alle Schüler profitieren. Das Land will im nächsten Schritt mit den Kommunen abstimmen, welche Schulbauvorhaben aus dem Sonderprogramm gefördert werden sollen.

Auch der Verband Deutscher Privatschulen (VDP) in MV begrüßte das neue Projekt. Freie Schulen hätten einen Anspruch auf Baukostenzuschüsse. Jedoch seien seit Jahren keine Mittel eingestellt worden, teilte die Landesvorsitzende, Barb Neumann, mit. Bei den Bundesmitteln aus dem Zukunftsinvestitionsgesetz 2009 hätten die freien Schulen außerdem gar nichts oder nur sehr wenig abbekommen, da die Maßnahmen ausschließlich von den Kommunen und Landkreisen bestimmt werden, die ja selbst Schulträger sind.

„Es ist deshalb erfreulich, dass das Land die Schulen in freier Trägerschaft nun ausdrücklich unterstützt“, so Neumann.

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