Nordosten : Exporte auf über 7 Milliarden Euro gestiegen

Polen ist nach Russland und Schweden zum drittwichtigsten Exportland Mecklenburg-Vorpommerns aufgestiegen. Im Jahr 2011 steigerten sich die Ausfuhren nach Polen um fast 150 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr.

svz.de von
04. Januar 2013, 07:39 Uhr

Schwerin | Das Nachbarland Polen ist nach Russland und Schweden mittlerweile zum drittwichtigsten Exportland Mecklenburg-Vorpommerns aufgestiegen. Im Jahr 2011 steigerten sich die Ausfuhren nach Polen um fast 150 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr auf 451,3 Millionen Euro, teilten Wirtschaftsministerium und Staatskanzlei auf Nachfrage mit. Nach Rusland wurden Güter in Höhe von 847 Millionen Euro ausgeführt, nach Schweden in Höhe von 733 Millionen.

In den vergangenen zehn Jahren habe sich der Außenhandel des Landes grundsätzlich positiv entwickelt, hieß es. Während aufgrund der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 ein Rückgang des Ausfuhrvolumens zu verzeichnen war, konnten 2011 erstmalig Güter im Wert von 7,2 Milliarden Euro exportiert werden. Auch die Einfuhr von Gütern nach MV entwickelt sich positiv. 2011 seien erstmalig Güter im Wert von über 4,5 Milliarden Euro importiert worden. Zahlen für 2012 liegen noch nicht vor.

Die Hauptausfuhrgüter 2011 nach Polen seien Fahrgestelle, Karosserien, Motoren und Kfz-Zubehör (9,4 Prozent), Fische und Krebstiere, einschließlich Zubereitung (8,7 Prozent) und Düngemittel (8,7 Prozent) gewesen. "Polen ist einer der wichtigsten Außenhandelspartner für Mecklenburg-Vorpommern. Der Zugang zu den Märkten hat sich für die Unternehmen insgesamt verbessert", sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU).

Auch der Tourismus lege zu: "Grenzüberschreitende Reiseerleichterungen machen sich bemerkbar. Polnische Gäste entdecken verstärkt Mecklenburg-Vorpommern. Beispielsweise profitiere auch der Tagesreiseverkehr zwischen Polen und MV vom Schengener Abkommen. "Auf großes Interesse stößt bei polnischen Mitbürgern beispielsweise die Hansestadt Rostock als ein Wirtschaftszentrum von MV. Im Grenzraum selbst verzeichnet der Tierpark Ueckermünde inzwischen rund 20 Prozent der Besucher aus Polen, auch die Ostseetherme Usedom freut sich über mehr polnische Besucher", so Glawe.

Positive Effekte benennt zudem die Industrie- und Handelskammer in Neubrandenburg (IHK), deren Zuständigkeitsbereich im grenznahen Raum liegt. Das seit nunmehr fünf Jahren mögliche barrierefreie Passieren der Staatsgrenze ermögliche es den Bewohnern auf beiden Seiten der Grenze, die Einzelhandelsangebote jenseits der Grenze zu nutzen, so Pressesprecher Eckhard Behr. Deutsche Produkte seien bei den polnischen Bürgern sehr beliebt, sodass vor allem Supermärkte und Lebensmittel-Discounter profitierten. "Im Gegenzug wird auf polnischer Seite in Stettin ein Einzelhandelsangebot geschaffen, das bei den deutschen Bewohnern der Grenzregion auf großes Interesse stößt - beispielsweise Outlet-Parks, und Einkaufsgalerien", sagte Behr.

Nicht zuletzt wird die Zusammenarbeit im Bereich Aus- und Weiterbildung intensiviert. Gab es im Bereich der Ausbildung anfangs nur vereinzelte Ausbildungsverhältnisse deutscher Unternehmen mit polnischen Auszubildenden, so habe sich dieser Prozess nun ausgeweitet.Aktuell absolvierten 30 polnische Azubis vom 1. bis zum 3. Lehrjahr eine Berufsausbildung in der IHK-Region.

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