Mehr Schwarzarbeit und Pyrotechnikfunde im Nordosten : Explosives Schmuggelgut

<strong>Fahnder vermuten</strong>  Fußballfans hinter der Zunahme von Pyrotechnik. <foto>dpa</foto>
Fahnder vermuten Fußballfans hinter der Zunahme von Pyrotechnik. dpa

Fast zwei Tonnen verbotene Pyrotechnik hat der Zoll in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Verkehr gezogen. Die Fahnder vermuten Fußballfans hinter dem Anstieg. Die Zahl der sichergestellten Schmuggelzigaretten sank dagegen.

svz.de von
27. März 2013, 10:59 Uhr

Stralsund/Hamburg | Der Zoll in Mecklenburg-Vorpommern hat im vergangenen Jahr deutlich mehr illegale Pyrotechnik aus dem Verkehr gezogen als sonst. Die Zahl der Schmuggelzigaretten ging dagegen zurück. Insgesamt stellten die Fahnder 2012 rund 1900 Kilogramm Feuerwerkskörper sicher - dreimal so viel wie im Jahr 2011.

"Wir vermuten hinter der Zunahme die verstärkte Nachfrage von Fußballfans, da sich die Funde über das gesamte Jahr verteilen", sagte der Sprecher des Hauptzollamtes Stralsund, Detlef Kähler, gestern. Ende Januar 2012 zogen die Zöllner auf der Autobahn A 11 einen Klein-Transporter mit 960 Kilogramm Industriesprengstoff aus dem Verkehr. Der Holländer habe angegeben, das Schmuggelgut in Berlin und den Niederlanden verkaufen zu wollen. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Das explosive Schmuggelgut wurde durch den Munitionsbergungsdienst entsorgt.

Auf der anderen Seite zogen die Zöllner 2012 mit 750 000 Glimmstängeln deutlich weniger Schmuggelzigaretten (2011 rund 2,1 Millionen) aus dem Verkehr als in den Vorjahren. Verantwortlich dafür sei die Umstellung auf den sogenannten Ameisenschmuggel, mit dem die Drahtzieher das Verlustrisiko zu minimieren versuchen. Großfunde, die in den vergangenen Jahren die Zahlen nach oben trieben, wurden 2012 weder in den Häfen noch auf den Straßen des Landes gemacht.

Insgesamt trieb der Zoll in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr 620 Millionen Euro an Steuern und Zöllen ein - fast genauso viel wie 2011 mit rund 618,4 Millionen Euro. Haupteinnahmequellen sind die Mineralöl-, Strom- und Branntweinsteuer.

Der Zoll hat im Nordosten 2012 zudem mehr Schwarzarbeit als in den Vorjahren aufgedeckt. Den Anstieg begründete das Hauptzollamt mit dem hohen Verfolgungsdruck. Bei rund 20 000 Personenbefragungen und 2100 Betriebsprüfungen wurde eine Schadenssumme von zehn Millionen Euro ermittelt - 1,3 Millionen Euro mehr als 2011.

Auswirkungen auf das gesamte Bundesgebiet hatte eine Prüfung der Finanzdienstleistungsbranche. Empfänger von Sozialleistungen hatten sich im Kreis Vorpommern-Greifswald als selbstständige Vertreter einer Vermögensberatungsgesellschaft ausgeben. Bundesweit wurden daraufhin 690 Strafverfahren eingeleitet, von den 610 abgeschlossen sind. Die Schadenssumme allein in diesem Fall beträgt 560 000 Euro.

Im vergangenen Jahr wurden in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 3000 Straf- und 1400 Bußgeldverfahren wegen Schwarzarbeit eingeleitet. Sorge bereitet den Zöllnern die Zunahme der Markenpiraterie. Neben Plagiaten von Marken-Sportschuhen, -Pullovern oder -Handtaschen im Originalwert von mehr als 1,4 Millionen Euro (2011: Wert von 870 000 Euro) stellten die Zöllner rund 6200 Stück gefälschte Arzneimittel sicher. "Gefälschte Waren können für den Verbraucher lebensgefährlich sein", warnte Kähler. Oft seien sie mit Giftstoffen belastet.

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