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Expertin: Auf Herkunft des Schulessens achten

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erstellt am 14.Okt.2012 | 07:25 Uhr

Potsdam | Caterer, Schulen, Schulträger und Eltern sollten angesichts der Brechdurchfall-Epidemie nach Experteneinschätzung stärker auf die Herkunft des Essens achten. Das rät die Leiterin der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Brandenburg, Maren Daenzer-Wiedmer, zum Schulstart nach den Herbstferien. "Man kann schon beeinflussen, wie man wann einkauft und das nicht unbedingt immer abhängig machen vom Preis", sagte die Ernährungsexpertin. Die Welle von Erkrankungen sollte Eltern nicht weiter beunruhigen. "Man hat ja die Ursache klären und abstellen können."

Mit Noroviren verunreinigte Erdbeeren aus China hatten kürzlich massenhaften Brechdurchfall an Schulen und Kindertagesstätten in Ostdeutschland ausgelöst. 11 000 Menschen erkrankten.

Es sei schon erschreckend, wenn man sich vorstelle, unter welchen Bedingungen die Erdbeeren hergestellt und transportiert worden seien, sagte Daenzer-Wiedmer. Die engen Preisspannen in der Branche machten die Auswahl des Essens zwar schwierig. Gerade jetzt im Herbst wäre es aber nicht unbedingt nötig gewesen, auf tiefgekühlte Erdbeeren aus China zurückzugreifen. "Frische Äpfel, Birnen oder auch Weintrauben sind zur Zeit auch nicht so teuer."

Durchschnittlich zahlten Eltern in Brandenburg zwei Euro für ein Schulessen, sagte Daenzer-Wiedmer. Dazu kämen zwar noch Subventionen. "Dennoch ist es sehr wenig Geld, wenn man sich überlegt, dass ein Drittel des Preises für Personalkosten anfällt." Die Schulträger dürften nicht über niedrige Preise eine Spirale für geringere Qualität in Gang setzen.

Eltern empfiehlt die Ernährungsexpertin, sich auch selbst um die Qualität der Schulverpflegung zu kümmern, etwa in Mensa-AGs oder durch Nachfragen an der Schule. So könne man zum Beispiel Essensanbieter regelmäßig zur Qualität der Speisen befragen.

Die Vernetzungsstelle informiert und berät seit drei Jahren Schulträger, Schulen und Essensanbieter für eine bessere Qualität der angebotenen Speisen. In Brandenburg sorgen überwiegend Caterer - mehr als 80 - für das Essen an Schulen.

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