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Mecklenburg-Vorpommern

14. Dezember 2017 | 03:44 Uhr

Experten geben Winter-Fahrradtipps

vom

svz.de von
erstellt am 03.Jan.2012 | 07:23 Uhr

Rostock | Dunkel, rutschig, kalt - Fahrradfahrer stehen im Winter vor besonderen Herausforderungen. Auch wenn der große Wintereinbruch noch auf sich warten lässt, kann mit wenigen Dingen vorgesorgt werden. Das Hauptaugenmerk sollte auf die Beleuchtung gerichtet werden, sagen die Experten der Rostocker Fahrradläden. "Darauf zu achten, kann ich nur immer wieder ans Herz legen", so Christian Erdmann von Fahrrad Jordan. Was seinem Kollegen Leif Winter vom Radhaus zufolge viele nicht wissen: Erlaubt sind nur dynamobetriebene, fest installierte Lampen. "Stecklichter sind nur für Rennräder bis elf Kilogramm Gewicht zugelassen", sagt er.

Statt des klassischen Seitenläuferdynamos empfehlen die Fachmänner einen Nabendynamo. "Das ist der einzige, der auch bei Schnee und Regen wirklich funktioniert", so Winter. Der Nabendynamo ist im Vorderrad integriert und zeichnet sich durch einen hohen Wirkungsgrad aus. Dafür ist er allerdings auch teurer. Für eine Nachrüstung veranschlagt Henri Spengler vom Bike Market rund 100 Euro - ein Seitenläuferdynamo kostet je nach Qualität lediglich zwischen 6 und 22 Euro.

Nur ein Prozent nutzen Spikes

Bei den Lampen haben sich in den vergangenen Jahren LED-Modelle durchgesetzt. "Die können nicht durchbrennen", nennt Spengler den Hauptvorteil. Bei neuen Rädern sind die Hersteller zudem verpflichtet, Standlicht einzubauen: Sobald der Kondensator aufgeladen ist, brennt die Lampe rund fünf Minuten weiter. So können Radfahrer auch an Ampeln von Autofahrern gut wahrgenommen werden.

Noch nicht durchgesetzt hingegen haben sich spezielle Winterreifen mit Metallstiften. "Die Spikes sind zu teuer, das kostet richtig Asche", sagt Erdmann. 50 bis 70 Euro müssten die Kunden pro Reifen auf den Tisch legen. Dafür geben diese ihnen dann besseren Halt bei Schnee und Eis, vor allem in den Kurven. Spengler schätzt den Anteil der Radfahrer mit Spikes allerdings auf lediglich knapp ein Prozent. Denn wegen der hohen Kosten lohnten sie sich nur für Fahrradkuriere oder Menschen, die auch im Winter ständig auf dem Sattel sitzen.

Für sie lohnt sich auch die Investition in spezielle Fahrradkleidung. "Wichtig ist, dass sie atmungsaktiv ist, damit man nicht im eigenen Saft steht", sagt Spengler. Gut geeignet seien auch Regenponchos. Zusätzlich könnten sich die Radfahrer mit Handschuhen, Mützen und Überziehern für die Schuhe ausrüsten. Und Spengler hat noch einen Tipp: "Sportler, die im Winter trainieren, haben gerne eine Thermosflasche am Rad."

Das Fahrrad selbst sollte bei Schnee- und Eiswetter öfter geputzt werden. Denn besonders Streusalz setzt dem Material heftig zu. "Das ist Gift fürs Rad, da kann die Kette innerhalb einer Nacht rostbraun werden", so Spengler. Dagegen helfe nur putzen und Öl auftragen. Sonst besteht die Gefahr, dass die Kette reißt oder versteift.

Um auf rutschigem Boden etwas mehr Halt zu bekommen, hilft es, etwas Luft aus den Reifen zu lassen. "Das gibt mehr Grip, dafür rollt es nicht so gut", sagt Spengler. Wie viel Luft im Reifen sein muss, ist auf dessen Seite verzeichnet. Wer den genauen Wert einhalten möchte, kann zum Aufpumpen an die Tankstelle fahren. Mithilfe eines Adapters passen deren Geräte auch auf normale Fahrradventile.

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