Schwarze Schar MC Wismar : Ex-Rocker-Präsident verhaftet

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Razzia nach dem Verbot der „Schwarzen Schar“ im Januar dieses Jahres

Ermittler sehen genug Beweise für Verurteilung. Drogendelikte stehen im Vordergrund, Gewalttaten zunächst nicht im Mittelpunkt

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02. Juli 2014, 21:15 Uhr

Wie die apokalyptischen Reiter müssen sie ihnen vorgekommen sein. Die dunkel gekleideten 37 Polizisten, die gestern im Morgengrauen erneut „einritten“ in Wohn- und Geschäftsräume der selbsternannten „Outlaws“. Das massive Aufgebot gegen Mitglieder und Unterstützer der seit Januar verbotenen Biker-Gang „Schwarze Schar MC Wismar“ war nach Darstellung des Landeskriminalamtes (LKA) erforderlich: „Wir mussten sicherstellen, dass wir alle Einsatzorte gleichzeitig abdecken können, und gewappnet sein für Unvorhersehbarkeiten“, erklärte Sprecherin Synke Kern auf Anfrage unserer Zeitung. „Nicht, dass wir alle über einen Kamm scheren“, betonte sie. „Es geht uns nur um die kriminellen Clubs.“

Festgenommen hat das LKA laut Staatsanwaltschaft Schwerin den „Präsidenten“ des Ex-Clubs, Philipp Schlaffer, sowie weitere Ex-Mitglieder seiner Gang. Außerdem eine Person aus dem Umfeld der Truppe. Bei der Durchsuchung fand die Polizei 700 Schuss scharfe Munition sowie 19 000 Euro Bargeld.

Schlaffer soll, das werfen ihm die Ermittler vor, von Januar 2013 bis Ende März 2014 am An- und Weiterverkauf von 12 Kilo Marihuana „maßgeblich beteiligt“ gewesen sein. Das würde bedeuten, dass Schlaffer noch zwei Monate nach dem Vereinsverbot am 9. Januar kriminell aktiv war. Außerdem wird er dringend verdächtigt, in drei weiteren Fällen an Kokaingeschäften beteiligt zu sein, deren Dimension noch ermittelt wird. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hatte das Vereinsverbot im Januar mit anhaltend schweren Straftaten der Gang begründet. „Wir hoffen natürlich, dass nun die Beweise reichen, um die Tatverdächtigen bis zu einer Verurteilung in Untersuchungshaft zu behalten.“

Landesweit sind 23 kriminelle und gewaltbereite Rockerclubs bekannt – mit phänomen-typischen Insignien: Mitglieder demonstrieren etwa mit dem „1%-Zeichen“, dass sie die Regeln der Gesellschaft nicht anerkennen. Auch das Tragen solcher Zeichen, etwa als Tattoo, ist den Ehemaligen der „Schwarzen Schar“ verboten.

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